Frieda Braun flüchtet vom Schweigeseminar in Rennerde

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Karin Berkenkopf alias Frieda Braun plauderte sich vom ersten Moment an in die Herzen ihrer treuen Fans.

Nachrodt-Wiblingwerde - Offiziell ist Frieda gar nicht da. Heimlich abgehauen ist sie vom gebuchten Schweigeseminar in Rennerde, wo täglich frisches Saatgut auf den Tisch kommt und Milch von einem Tier, das die Winterbergerin nicht zu identifizieren weiß. Aber so ist das eben, wenn Friedas KFD-Spittergruppe auf Tour ist. Das Nachrodter Publikum gehört seit vielen Jahren als zwölftes Mitglied dazu.

Von Ina Hornemann

Entsprechend flott hatten Friedas Fans zugegriffen, als die SPD-Frauen zum jährlichen Kabarett-Abend eingeladen hatten. Dicht an dicht sitzen sie in der Rastatt und freuen sich auf Karin Berkenkopf, deren Alter Ego Frieda Braun schon zur Familie gehört. Wen wundert es auch? Über Friedas Privatleben wissen ihre Fans vermutlich mehr, als über die eigene Verwandtschaft. Warum? Weil man ihr einfach gerne zuhört. Selbst wenn sie nichts zu sagen hat, beziehungsweise nichts sagen darf...

Zehn Wörter am Tag sind gestattet beim Schweigeseminar, das die Splittergruppe bei Guru „Gerard“ in Rennerde belegt hat. Ärgerlich: „Wir sind nicht stadtzentral untergebracht...“ merkt Frieda an. Deshalb hatten sich die elf Ladies aus der Winterberger Reisegruppe auch so auf die Stadtführung in Veserde gefreut. Viereinhalb Stunden hat die KFD-Splittergruppe im Dorf verbracht – doof nur, dass „Gerard“ auch den Fremdenführer zum Schweigen verdonnert hatte. Den Busausflug nach Nachrodt hat Frieda dann zum Ausbüchsen genutzt. Statt meditativer Erleuchtung in der Abendsonne gönnt sie sich einen spaßigen Abend in der Rastatt.

Obwohl: Ein bisschen Heimweh kommt mittlerweile auf bei ihr. Was machen wohl die Männer daheim? Sie allein zu lassen, ist immer ein wenig schwierig. Insbesondere die Heimwerkergarde lässt sich immer zu merkwürdigen Späßen hinreißen. Allein diese Super-Kleber-Episode mit Erwin...

Nie kann er abwarten, bis die zwei Minuten Mindesteinwirkzeit erreicht sind. Er kontrolliert die Klebestellen. Gründlich. So gründlich, dass ihm das herausgebrochene Stück Tortenplatte an der Nase kleben bleibt, als er zu gewissenhaft die Leimbeschaffenheit kontrolliert. Erst Wochen später, als das Kunststoffteil wieder rausgewachsen ist, ist auch die Tortenplatte wieder ganz.

Wenn Frieda so erzählt, dann arbeitet jeder Muskel in ihrem Gesicht. Auch vor körperlichen Verrenkungen schreckt sie nicht zurück in ihrem schrulligen Hausfrauen-Outfit, wenn sie das Neuste aus Winterberg berichtet. Robbie gehört jetzt auch dazu. Der neue Saugroboter von Fiene und Otto, der gehorsamer und verspielter folgt, als das eigene Enkelkind.

Neue Investitionen tätigt die Nachbarschaft ohnehin am liebsten innerhalb der eigenen vier Wände. Verkaufspartys von Kerzen bis Tupperware sind aktuell der Renner im Ort. Letztens gab es Spielzeug im Angebot. Genauer gesagt: Erwachsenenspielzeug. Friedas folgende Schilderungen seiner Verwendung treiben dem Publikum Lachtränen in die Augen. Der Saal jubelt, kreischt, applaudiert – und die Kabarettistin atmet auf. Erst zum vierten Mal hat sie heute ihr neues Programm „Sprechpause“ vorgestellt. Und das ganz großartig.

Susanne Jakoby als eine der Gastgeberinnen des Abends dankt es Karin Berkenkopf mit Blumen. Und jedem Besucher, der die Rastatt verlässt, wird auch noch eine Rose ausgehändigt. Vielleicht mag sie der eine oder andere trocknen als Erinnerung an diesen wunderbar lustigen Abend...

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