Rüstiger Jubilar empfängt sangesfreudige Gäste

Der Männergesangvereine Wiblingwerde feierte am Sonntag sein 120-jähriges Bestehen und präsentierte sich als durchaus leistungsfähiger Senior unter den Chören. - Foto: Krumm

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein rüstiger Jubilar empfing am Sonntag zahlreiche sangesfreudige Gäste und Freunde zur Feier seines 120. Geburtstages: 1895 wurde der Männergesangverein Wiblingwerde gegründet. Seine Fahne verkündet das bis heute gültige Motto: „Ist man von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede.“

Bürgermeister Birgit Tupat verband ihren Glückwunsch mit einem Nachdenken über die Zukunftssorgen der klassischen Männerchöre und zitierte den Philosophen Friedrich Nietzsche: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ Von Pessimismus über die Lage in den Männergesangvereinen und sonstigen Chören wollte Thorsten Potthoff, Vorsitzender des Sängerkreises Lüdenscheid, aber nichts wissen: „Es wurde noch nie so viel gesungen wie heute“, stellte er fest und brach eine Lanze für die Senioren in den Chören: „Wir sind stolz darauf, dass die Gesellschaft immer älter wird. Seien wir doch auch stolz darauf, dass die Chöre immer älter werden!“

Musikalisch gaben die Nachbarn vom MGV Frohsinn Nachrodt unter der Leitung von Heinrich Mainka die Devise aus: „Der Sonntagmorgen ist ein Fest“ sangen sie aus einem Lied, dessen Titel ebenfalls gut passte: „Mach was Schönes aus diesem Tag“. Und das taten der Jubilar und seine Gäste, die schon früh zum beliebten „Rot sind die Rosen“ ein bisschen schunkelten. Der 120-Jährige sang – ebenfalls passend – vom „Sonntagmorgen in den Bergen“ und seinen „Hit“ – Reinhard Meys „Über den Wolken“. In einer zweiten Runde folgten unter anderem Peter Alexanders „Kleine Kneipe“ und der alte Schlager: „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“.

120 Jahre MGV Wiblingwerde

Geleitet werden die Männer aus Wiblingwerde von Alfia Möllmann, und ebendiese Chorleiterin hatte zwei weitere der von ihr betreuten Chöre mitgebracht: „conTAKT“ aus Iserlohn und den Gemischten Chor „Harmonie“ aus Lüdenscheid. Die Frauen aus Iserlohn brachten einige Beatles-Titel mit, die das Publikum zum Mitsingen verführten. Vor allem der Refrain von „Yellow Submarine“ war doch recht deutlich aus vielen Kehlen zu vernehmen. „Harmonie“ legte nach mit einem sehr schönen Titel von Joe Dassin: „Champs Élysées“. Auch das Lied über die Pariser Prachtstraße lud viele zum Mitsingen ein. Afrikanische Klänge aus Ghana hatte der Gemischte Chor Wesselberg unter der Leitung von Maidi Langebartels in sein musikalisches Sträußchen gebunden: „Helene Mama“. Dazu kam eher klassisches Liedgut wie „Der Wanderer“ und ein Gruß aus Schweden: „Sommerpsalm“. Weitere Nachbarn kamen vom Fuße des großen Tafelberges, auf dem Wiblingwerde thront: Der MGV Union Oberrahmede wurde begleitet von seiner Chorleiterin Sofia Wawerla, die den Männern zugestanden hatte, eines der berühmtesten Körperteile der Schlagergeschichte zu betrachten: „Ich hab dein Knie geseh’n.“

Zum großen Finale kamen schließlich so viele Sängerinnen und Sänger auf die Bühne, wie das Möbel tragen konnte. Walter Trimpop, Vorsitzender des MGV Wiblingwerde, sprach das Schlusswort und dankte besonders einem Mann, der in besonderer Weise zum Gelingen des Freundschaftssingens beigetragen hatte: Georg Tausch. Denn der 83-Jährige hatte mit dem Jugendblasorchester der Musikschule Lennetal dafür gesorgt, dass die umfangreichen Personalwechsel auf der Chorbühne gar nicht besonders auffielen. Denn es gab als Zwischenspiel immer ein hörenswertes Stück instrumentaler Blasmusik.

Der MGV Wiblingwerde würde sich übrigens, wenn weitere Männer mitsingen würden. Das Programmheft schloss deshalb mit einem Hinweis: „Unsere Chorproben sind an Montagabenden ab 19.30 Uhr im Vereinslokal Zur schönen Aussicht.“

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