Freiwillige Feuerwehr auf der Suche nach Mitstreitern

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Patrick Douven, selbst spätberufener Feuerwehrmann, demonstrierte unter anderem, wie man mit einem Feuerlöscher einen Brand bekämpfen kann.

Nachrodt-Wiblingwerde - Mit einem Aktionstag hat die Freiwillige Feuerwehr in Wiblingwerde am Samstag Werbung in eigener Sache gemacht, um neue Mitglieder zu gewinnen. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz.

Von Lydia Machelett

Anneliese Gottwald will es wissen. Sie wagt es, steigt in den Korb der Altenaer Drehleiter und fährt binnen weniger Sekunden in 23 Meter Höhe. Zur Belohnung erhält sie einen seltenen Ausblick: Das Höhendorf von oben. So mutig wie die Seniorin waren jedoch nicht alle Besucher beim Aktionstag der Feuerwehr.

Die Löschgruppen aus Wiblingwerde und Veserde präsentierten sich am Samstagnachmittag auf dem Wiblingwerder Dorfplatz. Doch was nach einem launigen Nachmittag aussah, hatte einen ernsten Hintergrund: Die Wehr sucht neue ehrenamtliche Retter. „Wir wollen Quereinsteiger ermuntern, bei uns mitzumachen. Wir stellen hier die Arbeit vor und Interessierte können sie selbst einmal ausprobieren“, erklärte der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Mark Wille. Doch der erhoffte Besucherandrang blieb aus. Schuld daran war ganz klar das Wetter: Zur besten Kaffeezeit kamen kräftige Schauer vom Himmel.

Aber die wenigen, die den Weg zum Dorfplatz gefunden hatten, waren begeistert und interessiert. Das kann Feuerwehrmann Patrick Douven gut verstehen. Er kann sich noch gut erinnern, als er von drei Jahren zur Feuerwehr kam. „Ich war Ende 30 und hatte große Bedenken, das noch anzufangen“, gab Douven zu. Doch heute möchte er sein Hobby nicht mehr missen. Die Begeisterung für die Feuerwehr wurde durch seinen Sohn geweckt, der seit einigen Jahren die Jugendfeuerwehr besucht. „Man kam ins Gespräch und überzeugte mich, es doch einmal zu versuchen“, erzählte er. Seither ist er ehrenamtlicher Retter mit Leib und Seele.

An seinen ersten Einsatz kann Douven sich noch gut erinnern: Der Garagenbrand auf dem Hof Hegemann. „Als in der Nacht der Melder ging, musste ich erst einmal realisieren, dass es ein Einsatzalarm war und nicht der Wecker“, erinnerte er sich. Dann ging alles ganz schnell. „Es war ungewohnt. Aber Angst oder so hatte ich nicht. Man macht dann einfach, ist ins Team eingebunden und hat seine Aufgabe“, erzählte er weiter. Was er nach dem erfolgreichen Einsatz verspürte, beschreibt der 41-Jährige als „vollste Befriedigung“. Wenige Wochen später stand ein weit dramatischerer Einsatz an. In Veserde gab es einen schweren Verkehrsunfall. Ein Mensch wurde sogar durch die Tür eines Busses geschleudert. „Natürlich berührt einen das. Aber man spricht anschließend mit den Kameraden darüber und dann ist es auch gut“, erklärte Douven. Das Retten ist für ihn zur Herzensangelegenheit geworden. „Natürlich sind es auch die Kameradschaft und das soziale Zusammenspiel, die den Reiz ausmachen. Ich habe wirklich viele neue Freunde.“

Daher hörte er am Samstag auch nicht auf, Interessierte anzusprechen und für die Wehr zu werben. So löschte er beispielsweise Feuer und zeigte, wie die hydraulische Schere funktioniert. Das Konzept „Feuerwehr zum Anfassen“ begeisterte die Wiblingwerder. Große und kleine Besucher erkundeten den Fuhrpark und ließen sich die zahlreichen Funktionen der Fahrzeuge erklären. Mutige griffen sogar selbst zum Feuerlöscher und bekämpften einen kleinen Brand oder nutzten wie Anneliese Gottwald die Gelegenheit, um mit der Drehleiter in die Höhe zu fahren.

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