SOR-Siegel für Schule ohne Rassismus

Julia Kilian (r.) von der NRW-Landeskoordination in Dortmund übergibt das SOR-Siegel an Beate Zajac als in der Sekundarschule verantwortliche Lehrerin. -  Foto: Keim
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Julia Kilian (r.) von der NRW-Landeskoordination in Dortmund übergibt das SOR-Siegel an Beate Zajac als in der Sekundarschule verantwortliche Lehrerin.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Den Mund aufmachen, wenn Schwächere angegangen werden“, so brachten es am Mittwoch in einer gemeinsamen Ansprache Bürgermeisterin Birgit Tupat und Dr. Andreas Hollstein auf den Punkt. Die Sekundarschule ist jetzt „mit Brief und Siegel“ als Schule ohne Rassismus und mit Courage anerkannt.

Übergeben wurde die Auszeichnung durch Julia Kilian für die NRW-Landeskoordination Dortmund. Die Sekundarschule ist im Land die 508. ihrer Art.

Aus Anlass der Verleihung des Siegels (SOR - SMC) gab es eine kleine Feierstunde im Foyer der Schule. Dazu waren neben den städtischen Spitzen auch Vertreter des Rates eingeladen.

Um was es geht, zeigte der Kurs „DuG“ (Darstellen und Gestalten) der Klasse 6 gleich zu Beginn in Spielszenen. Da hatte eine Klasse ein afrikanisches Mädchen als neue Mitschülerin bekommen. Die Lehrer hatten es den Schülern selbstverständlich nahe gelegt, die neue Mitschülerin gut aufzunehmen und in den Klassenverband zu integrieren. Doch bald gab es den laut geäußerten Verdacht, „die Neue“ spiele sich in den Mittelpunkt: „Geh zurück nach Afrika, wir wollen Dich hier nicht.“ Die Szenen zeigten weiter, wie den Schülerinnen klar wurde, dass da etwas nicht in Ordnung ist. Es kam zur Entschuldigung und zur Versöhnung, zum ersten Freundschaftsschluss: „Erzähl uns doch mal etwas über Afrika....“

Das Projekt: Eine gute und nachhaltige Präventionsarbeit an Schulen stärkt Kinder und Jugendliche, sich für eine demokratische Gesellschaft, für Menschenrechte und ein solidarisches Miteinander einzusetzen. Der Präventionsansatz von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wendet sich gegen alle Ideologien der Ungleichwertigkeit und bewährt sich in der Praxis an vielen der bundesweit jetzt 2 000 Courage-Schulen. Er leistet aktuell einen wichtigen Beitrag, um den Einfluss salafistischer und rechtsextremistischer Gruppen auf Heranwachsende einzugrenzen.

„Schulen ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verpflichten sich bei jeder Art von Diskriminierung, insbesondere Rassismus mit Zivilcourage einzugreifen - in der Schule und in ihrem Umfeld.

Die Organisatoren schreiben: „Wir wenden uns gegen jegliche Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie Sexismus, die Abwertung von Minderheiten oder auch das Mobbing von MitschülerInnen, die man als ‚uncool’ wahrnimmt.“

An der Sekundarschule Altena/Nachrodt-Wiblingwerde ist Beate Zajac die verantwortliche Lehrerin und zuständige Koordinatorin für das Projekt. Als Projektpaten hat die Sekundarschule ihre beiden Bürgermeister gewinnen können. Gerald Asamoah tritt als weiterer Pate auf.

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