Fliegende Sommerboten fühlen sich in Rennerde wohl

Ausgezeichnet: Ute Schröder hat für ihr schwalbenfreundliches Haus die offizielle Anerkennung des Nabu. J Foto: Griese

Nachrodt-Wiblingwerde - In Nordrhein-Westfalen gibt es immer weniger Schwalben. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ will der Naturschutzbund (Nabu) diesem Trend entgegenwirken und zeichnet regelmäßig Menschen und Häuser aus, bei und an denen die Glücksbringer willkommen sind. Auch in Rennerde steht ein schwalbenfreundliches Haus.

Von Volker Griese

„Wir haben die nicht angelockt, die waren einfach irgendwann da – und dann wurden es von Jahr zu Jahr mehr“, schildert Ute Schröder, wie das Eigenheim ihrer Familie in Rennerde zum Wohnsitz der fliegenden Sommerboten geworden ist. Dass es sich bei den Schröders gut leben lässt, muss sich wohl herumgesprochen haben in Schwalbenkreisen. Ute Schröder schiebt das auf den weitgehend naturbelassenen Garten an ihrem Haus. Zwei alte Eschen und eine dichte Hecke bieten den Schwalben Schutz und Nahrung zugleich, Baumaterial für ihre Nester finden sie auch reichlich.

Dass eine Schwalbenkolonie am Haus auch unliebsame Begleiterscheinungen hervorruft, hat die Rennerderin natürlich auch bald feststellen müssen: Die Hinterlassenschaften der Vögel „zieren“ Fensterbretter, haben schon eine Solarlaterne außer Betrieb gesetzt und so manchen, der bei den Schröders ein- und ausgeht, auch schon auf den Kopf getroffen. Ute Schröder nimmt es gelassen hin und verweist gerne auf ein Sprichwort: „Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“, sagt der Volksmund.

Schwalbenfreundliches Haus ist ausgezeichnet

Inzwischen sind die fliegenden Glücksbringer, die den Winter in Afrika verbringen, schon wieder in Rennerde eingetroffen. „Sie polstern gerade ihre Nester neu aus“, hat Ute Schröder beobachtet, dass ihre Sommergäste jetzt ihr Domizil für die Aufzucht des Nachwuches vorbereiten. Sie freut sich schon jetzt darauf, dass aus den sechs kunstvollen Lehmbauten unter dem Dachvorsprung bald wieder lautes Gezwitscher ertönen wird: „Das ist doch einfach schön!“

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Schwalbenfreundliches Haus in Albringwerde

Der Nabu hat Familie Schröder für ihr schwalbenfreundliches Haus übrigens im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Im Internet sei sie durch Zufall auf die Nabu-Aktion zum Schutz der Rauch-und Mehlschwalben gestoßen, berichtet Ute Schröder. Dabei habe sie festgestellt, dass die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde auf der Landkarte der schwalbenfreundlichen Häuser überhaupt nicht verzeichnet gewesen sei. Ein Anruf beim Nabu und diese Angelegenheit war erledigt. Die Naturschützer versorgten die Schröders nicht nur mit der Schwalbenfreunde-Plakette, sondern auch mit reichlich Informationen, wie man die Ansiedlung der Vögel fördern und ihre Nester schützen kann.

Um die Auszeichnung bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstlern und Sommerboten dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Hotel, Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt. Wer gewisse Kriterien erfüllt, wird ausgezeichnet. In Nordrhein-Westfalen haben nach Angaben eines Nabu-Sprechers ungefähr 1600 Häuser die Auszeichnung erhalten, im Märkischen Kreis seien es etwa 20.

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