Kinder-Erziehung bleibt tägliche Aufgabe

Erziehung ist nicht einfach. Das Team vom Café International im FibS traf mit dem Vortrag den Nerv.  Foto: Machelett

Nachrodt-Wiblingwerde - Was tun, wenn sich Geschwisterkinder permanent streiten und wie sollten Eltern damit umgehen, wenn sich die Großeltern ständig in die Erziehung der Kinder einmischen? Fragen die Karin Feldhaus kürzlich im Café International im Familienzentrum an der Bachstraße (Fibs) beantwortete.

Die Diplom Pädagogin der Caritas hatte viele nützliche Tipps für die Eltern im Gepäck und der gemeinsame Austausch untereinander half, mehr Selbstvertrauen aufzubauen, denn die Mütter sahen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. „Teilen ist oft ein großes Problem. Natürlich möchte der kleine Bruder immer genau das Spielzeug, das gerade der große hat“, erzählte eine Mutter. Diese Diskussionen unter Geschwistern kannten fast alle Teilnehmerinnen. „Es ist wichtig, dass sie Teilen lehren. Das Kleine muss lernen, dass er dem Großen das Spielzeug nicht wegnehmen darf“, sagte Feldhaus. Auch sollten Eltern nicht den Fehler machen, immer an die Vernunft des Größeren zu appellieren, doch einfach das Spielzeug abzugeben. „Es ist wichtig, dass der Große genauso viele Rechte hat, wie der Kleine“, mahnte die Pädagogin. Mehr noch, die Geschwisterhierarchie müsse immer eingehalten werden. So sei es völlig normal, dass das ältere Kind mehr Rechte, aber auch mehr Pflichten habe. Dies müsse den Kindern aber gut erklärt werden.

Wichtig sei es auch, den Kindern Rückzugsorte zu schaffen, an denen sie ungestört spielen können. „Wenn ein Kind Freunde einlädt, ist es ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es ungestört mit ihnen spielen kann. Sie kümmern sich in der Zeit um das andere Kind“, erklärte Feldhaus.

Häufig sei es so, dass gerade das kleine Kind das ältere oft bedränge. „Oft kommt dann die Aussage ,wehr Dich‘, aber gerade hier ist es wichtig, dass Sie dem Kind konkrete Handlungsstrategien an die Hand geben.“

Was die Problematik mit den Großeltern betrifft, gibt es vor allem einen wichtigen Grundsatz wie Feldhaus erklärte: „Großeltern müssen akzeptieren, dass das Enkelkind nicht ihr eigenes Kind ist.“ Häufig falle das schwer, da sich das Rollenverhältnis innerhalb der Familie dadurch noch einmal komplett ändere. Hinzu komme, dass Großeltern häufig etwas gut machen wollen, was sie ihrer Meinung nach in der Erziehung ihrer Kinder versäumt haben. „Eines ist natürlich auch klar. Den Oma- und Opa-Bonus gibt es und der ist auch wichtig. Das Kinder da einen Schokoriegel mehr dürfen oder ein Spiel länger spielen dürfen ist normal und soll auch so sein – aber halt in Maßen“, mahnte die Pädagogin.

Grundsätzlich sollten sich Großeltern immer zunächst fragen, warum sie etwas an der Erziehung bemängeln wollen. Ist es wirklich, um etwas besser zu machen oder einfach weil sie etwas kritisieren möchten. Sollte ersteres der Fall sein, sollte dies immer in einem ruhigen und sachlichen Rahmen erfolgen.

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