Typisierungsaktionen in der Doppelgemeinde

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Nachrodt-Wiblingwerde - Die Stefan-Morsch-Stiftung hat dem DRK-Blutspendedienst West die Möglichkeit zu zwei kostenlosen Typisierungsaktionen in Nachrodt-Wiblingwerde gegeben: Am 10. und 17. August, wenn das DRK zur regulären Blutspende aufruft, können die Spender ein Extra-Röhrchen ,,abzapfen” lassen", das Leben retten kann.

Weltweit warten vor allem Krebspatienten auf einen Spender, dessen Blut identische Eigenschaften hat, wie das eigene. Aus den 6,5 Millilitern Blut, die das Team Interessenten entnimmt, geht eine genaue Analyse hervor, die weit über die übliche Blutgruppenbestimmung hinausgeht, erklärt DRK-Pressesprecher Michael Pingel. Die sogenannten HLA-Merkmale sind entscheidend, ob einem Erkrankten Stammzellen oder Knochenmark gespendet werden kann.

 In einer weltweit zugänglichen Datenbank werden die individuellen Merkmale der Nachrodt-Wiblingwerder Spender gespeichert. Kommt ein Bürger aus der Doppelgemeinde in Frage für eine Transplantation, wird er kontaktiert und über das weitere Prozedere aufgeklärt. ,,Ein Mensch, der um eine Stammzellenspende gebeten wird, muss sich fünf Tage vor der Entnahme ein Medikament spritzen lassen, das die Stammzellenproduktion anregt”, erklärt Michael Pingel. Kurz nach der ersten Injektion wird er grippeähnliche Symptome verspüren, denn das Immunsystem reagiert auf die vermehrte Stammzellenbelegung im Blut. Sind genug vorhanden, werden dem Spender in einem dialyseähnlichen Verfahren Stammzellen entnommen. Das wird in einem Krankenhaus durchgeführt, der Spender muss zweieinhalb bis drei Stunden Zeit einkalkulieren. Spender aus dem Einzugsgebiet des DRK-Blutspendediensts West werden zumeist in Kliniken nach Bonn oder Essen geladen, um ihre Spende abzugeben. Sämtliche Anfahrtskosten trägt die Krankenkasse - selbst, wenn es nötig sein sollte, aus Gründen der Dringlichkeit die Spende im Ausland durchzuführen. Das gilt auch für die Möglichkeit einer Knochenmarkspende, die in einem operativen Eingriff unter Narkose am Beckenkamm durchgeführt wird.

 Typisierungsaktionen, die mit einem regulären Blutspendetermin verbunden werden, haben den Vorteil, dass Personal und medizinische Ausstattung schon vor Ort sind. Bei Sonderaktionen wird oft um einen Spendenbetrag von 50 Euro gebeten – die Summe, die die Blutbanken zur Entnahme und Untersuchung eines Röhrchens Blut benötigen. Die Stefan-Morsch-Stiftung sammelt zudem Gelder, um den Mehraufwand bei Blutspendeterminen zu bezahlen.

,,Wir haben diesen Zuschuss für die Nachrodt-Wiblingwerder Termine bekommen, weshalb wir nun kräftig für die Typisierung am Ort werben wollen”, so Michael Pingel. Testen lassen können sich Menschen im Alter von 18 bis 40 Jahren, in Ausnahmefällen können auch Spender außerhalb dieser Altergrenze als Spender in Frage kommen. Auch Erstspender können sich gleich zur Typisierung anmelden, alle anderen Interessenten bringen einfach ihren Blutspendeausweis mit und ihre Einwilligung zur Typisierung.

Am 10. August steht das Team von 16 bis 19.30 Uhr in der Lennehalle bereit, am 17. August von 16.30 bis 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Wiblingwerde. Die Spende selbst hat über die mit ihr verbundenen Eingriffe hinaus keine weiteren Konsequenzen für den Körper oder die Lebensqualität des Spenders. ,,Die Substanzen bilden sich nach der Entnahme im Körper wieder nach”, erklärt Michael Pingel. Läuft bei der Übertragung alles glatt, bringen sie auch das Immunsystem eines Erkrankten wieder in Gang. Damit besteht die Chance, lebensgefährliche Krebserkrankungen zu bremsen oder auch zu besiegen. ,,Deshalb gilt: Je mehr Blutspender mitmachen, desto besser!”

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