Neues Gemeindezentrum im Herzen von Nachrodt

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Dieter (links) und Jürgen Gütting vor dem "alten"  Gemeindehaus an der Wiblingwerder Straße

Nachrodt-Wiblingwerde -  Seit fünf Jahren bemühen sie sich, etwas zu finden. Seit drei Jahren laufen konkrete Verhandlungen. Jetzt ist der Durchbruch geschafft: Die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde (EFG) hat ein 1200 Quadratmeter großes Grundstück gepachtet. Hinter dem Autohaus Hoffmann – dort, wo früher eine Dreherei war – soll ein neues, großes Gemeindezentrum entstehen. Mitten im Herzen von Nachrodt-Wiblingwerde möchte die EFG in eine spannende Zukunft blicken.

Platz für bis zu 200 Besucher, Seminarräume, moderne Innen- und Außenräume: Das neue Gemeindezentrum soll etwas Besonderes werden. „Und wir möchten dort auch ganz viele Menschen erreichen“, erzählen Dieter und Jürgen Gütting. Vielleicht auch solche, die auf der Suche sind. Denn während die Kirchenaustritte auf hohem Niveau bleiben, Katholiken und Protestanten augenscheinlich immer weniger werden und Religionssoziologen von einer generell stark nachlassenden Kirchenbindung sprechen, erleben die Freikirchen, so sagen Dieter und Jürgen Gütting, eine gegenteilige Tendenz.

Das Warum erklären die Cousins so: „Wir glauben, dass die Bibel nach wie vor eine enorme Aussagekraft hat und auch Inspiration, Stütze und Halt ist. Wir erleben den lebendigen Glauben, den wir auch im Alltag verwirklichen und nicht nur sonntags.“

Die Freikirchler glauben an die Bibel im Ganzen und an die Irrtumslosigkeit der Bibel. Das sei etwas, was heute in der Gesellschaft immer mehr verloren gehe. „Wer liest die Bibel denn noch? Gleichzeitig wundern wir uns, dass viele Dinge nicht mehr funktionieren“, sagt Dieter Gütting. Die freikirchliche Gemeinde, die übrigens vor 110 Jahren in Nachrodt gegründet wurde, erreiche die Menschen anders.

 „Die Botschaft ist unverändert, aber die Lieder, die Musik sind der Zeit angepasst. Und wenn hier ein Bibeltext vorgelesen wird, dann so, dass die Menschen ihn verstehen.“ 50 Gemeindemitglieder zählt die EFG aktuell. Mit dem neuen Gemeindehaus in zentraler Lage stehen der Gemeinde auch neue Möglichkeiten zur Verfügung: „Wir möchten ein offenes Haus, möchten auf die Menschen zugehen.“

Geplant sind ein Begegnungscafé, Ausstellungen, regelmäßige Seniorenkreise, Gebets- und Bibelgruppen sowie Kinder- und Jugendgruppen. Eine Hauptveranstaltung wird aber natürlich weiterhin der sonntägliche Gottesdienst sein. Das Investitionsvolumen liegt bei etwa 500000 Euro. Eine stolze Summe für die Gemeinde – aber zukunftsträchtig angelegt. Denn das jetzige Gemeindehaus an der Wiblingwerder Straße, das in den 60er Jahren gebaut und in den 80er Jahren mit einem Anbau erweitert wurde, hat zwei Hauptprobleme: Es ist nicht barrierefrei und es fehlt an Parkplätzen. „Wir haben sonntags oft Leute hier, die nicht zur Toilette gehen können, weil sie die Treppen nicht ‘runterkommen. Hinzu kommt, dass man nicht weiß, wo man parken soll. Früher gab es noch gegenüber Parkplätze“, erzählt Dieter Gütting.

Das neue Gemeindezentrum soll komplett barrierefrei werden – bis auf ein/zwei Stufen zur Bühne vielleicht. Auf was sich Dieter und Jürgen Gütting und ihre Mitstreiter aber am meisten freuen: „Wir hoffen, dass die Menschen Lust bekommen, zu uns zu kommen. Die zentrale Lage macht es möglich.“

Hinter dem Autohaus Hoffmann war früher eine Dreherei, die vor mehr als 15 Jahren Konkurs angemeldet hat. Der frühere Besitzer ist verstorben, aber alles lag noch in der Hand eines Nachlassverwalters. Nach vielen Verhandlungen ist man nun zu einem Abschluss gekommen. Die Gebäude wurden gekauft, das Grundstück von Christian von Löbbecke gepachtet. „Wir werden versuchen, das Stahlgerüst des Gebäudes teilweise stehen zu lassen. Aber erst einmal wird geprüft, ob es den heutigen Anforderungen entspricht“, blickt Jürgen Gütting optimistisch in die Zukunft. Ein Teilabriss des Gebäudes ist auf jeden Fall geplant.

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