Hausaufgaben für Planer

Erste Sperrung der L692 zeigt massive Schwachstellen

Die Bäume sind verschwunden. Binnen weniger Stunden hatten die Mitarbeiter der Firma aus Marl die Bäume gefällt, gehäckselt und die Hackschnitzel abtransportiert. - Fotos: Machelett

Nachrodt-Wiblingwerde -  Es war mehr als eine vorbereitende Maßnahme auf den Ausbau der Serpentinen. Es war die Generalprobe für die große Sperrung der L 692 zwischen Rennerde und Nachrodt ab Mai. Und die ist – zumindest in Sachen Verkehrsführung – gefloppt.

Die Sperrung war das Thema Nummer eins am Wochenende, 20. und 21. Februar in der Gemeinde, denn irgendwie war fast jeder in irgendeiner Form davon betroffen.

Vor allem auf den schmalen Ausweichstrecken kam es immer wieder zu massiven Problemen. In der Brachtenbeck war zeitweise kein Unterschied zum normalen Verkehr erkennbar. Bis zu zehn Autos kamen einem auf dem Weg ins Tal entgegen – und das obwohl es eigentlich für das Wochenende eine Einbahnstraßen-Regelung gab. Und die lautete: Die Brachtenbeck runter und den Kreinberg rauf. Die Autofahrer, die die Brachtenbeck hinauf kamen, waren sich keiner Schuld bewusst. „Oh, stand dort ein Schild? Habe ich nicht gesehen. Ich habe mich nur gewundert, warum alle, die mir entgegenkamen, mich mit Lichthupe warnten“, sagte eine Fahrerin aus Altena. Ja, das Schild gab es und es war eigentlich auch gut sichtbar. Allerdings übersahen dies vor allem einheimische Fahrer. Sie vermissten nach Ende der Bebauung einen großen und deutlichen Hinweis, dass es ab dort nicht mehr weiter geht.

Während in der Brachenbeck noch gut zwei Autos aneinander vorbei passen, war das am Kreinberg schon schwieriger. Ein Sprinter und ein Auto mit Anhänger, die sich entgegenkamen, sorgten für kurzzeitiges Chaos. Auch sorgte die Beschaffenheit der Strecke bei auswärtigen Fahrern für Verwirrung: „Entschuldigen Sie, ist das eine öffentliche Straße oder ein Feldweg? Meine Bekannte beschrieb mir den Weg“, fragte ein Fahrer aus Bochum.

Große Probleme gab es auch immer wieder in der Nordhelle. Etliche Fahrer wollten diese Abkürzung nutzen. An der Einfahrt stand wie gewöhnlich nur das „Anlieger frei“-Schild und kein Verweis auf die Sackgasse. Daher versuchten einige ihr Glück und ladeten mitten in den Baumfällarbeiten – ohne Wendemöglichkeit. Wer unsicher beim Rückwärtsfahren war, hatte ein echtes Problem.

Vollends komplettiert wurde die Verwirrung als am Samstagabend bereits die Barken, die die Straße sperrten verschwanden, die Schilder aber stehen blieben. Vorsichtig wagten immer mehr Fahrer den Versuch, durch die Serpentinen nach Nachrodt zu kommen. Mit Erfolg. Denn – und das war die einzige gute Nachricht des Wochenendes – die Arbeiten waren offensichtlich weit schneller abgeschlossen als zunächst gedacht.

Nun sind die Planer gefragt. Es gilt die Probleme zu analysieren und zu beheben. Denn dies war ein Wochenende. Ein Werktag mit Stau auf der A 45 birgt noch ganz andere Herausforderungen an die Umleitungsstrecken, auch wenn der Verkehr weiträumig umgeleitet werden soll.

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