Erste-Hilfe-Experte Kurt Hoheisel spricht vor Frauenhilfe

Im Notfall nicht wegsehen: "Hauptsache, Sie machen etwas!"

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Erste-Hilfe-Experte Kurt Hoheisel zeigte an Hand einer Puppe, wie man helfen kann

Nachrodt-Wiblingwerde - Im Notfall geht es um Sekunden und da zählt jede Hilfe. Was genau man tun kann, wenn jemand auf der Straße zusammenbricht oder einen Unfall hat, lernten die Mitglieder der Wiblingwerder Frauenhilfe kürzlich  im evangelischen Gemeindehaus.

Erste-Hilfe-Experte Kurt Hoheisel zeigte unter anderem wie ein Defibrillator funktioniert und wie man einen Druckverband anlegt. „Die wichtigste Regel: Es ist völlig egal, was Sie tun. Hauptsache, Sie machen überhaupt etwas“, erklärte Hoheisel. Schon die reine Ansprache sei wichtig: „Das kann unter anderem verhindern, dass der Patient in ein Koma fällt. Und das Reden mindert oft auch die Schmerzen und die Angst, da sich der Patient dann auf etwas anderes konzentriert.“ Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die Nutzung des Defibrillators.

Defibrillator hilft Leben zu retten

Der hängt im Eingangsbereich des ehemaligen Bürgerhauses und auch wenn er sich selbst erklärt, zeigte Hoheisel den Frauen, wie er anzuwenden ist, um so mehr Sicherheit zu erzeugen. „Erschrecken Sie nicht, wenn Sie den Defibrillator herausnehmen erschallt ein Alarm. Das ist zum einen Diebstahlschutz, hat aber auch noch eine andere Funktion.“ Hoheisel erklärte, dass die Nachbarn sensibilisiert seien und den Ton genau kennen. Sie wissen dann, dass Hilfe benötigt wird und kommen dazu. Um das Gerät anzuschließen, muss der Oberkörper des Patienten komplett frei sein. Auch unnötiges Metall, beispielsweise durch eine Corsage, sollte entfernt werden. „Das Wichtigste: Sobald der Defibrillator gestartet ist, redet er mit Ihnen. Das Gerät sagt ganz genau, was zu tun ist. Sie können gar nichts falsch machen“, betonte der Ersthelfer. Sind die Elektroden angelegt, startet das Gerät eine Analyse. Und sagt dann, was zu tun ist. Denn nicht immer hilft ein Stromschlag. „Herzdruckmassage durchführen“ kann dann ein Kommando des Geräts sein.

Herzdruckmassage durchführen

 „Bei der Herzdruckmassage gilt die Regel 30 zu 2. Also 30 Mal drücken, dann zwei Mal beatmen“, frischte Hoheisel die Kenntnisse auf. Wer das im Stress vergesse, solle dennoch mit der Wiederbelebung starten. „Einen falschen Rhythmus gibt es nicht. Ebenso ist es völlig egal, wenn Sie dem Patienten dabei eine Rippe brechen. Hauptsache er lebt und Sie helfen ihm.“ Der Defibrillator kontrolliert übrigens auch dabei und gibt Kommandos wie: „Bitte drücken Sie fester.“ Das Thema, das zunächst viele Frauen skeptisch auf dem Jahresprogramm gelesen hatten, kam gut an. Denn es nahm die Angst, etwas falsch zu machen. Zudem entstand schnell ein reger Austausch unter den Frauen. Nahezu jeder kannte Fälle, in denen viele Passanten nicht halfen. Hoheisel hatte aber noch einen Tipp: „Pflegen Sie Ihre Nachbarschaft. Passen Sie gut aufeinander auf. Wenn jemand morgens nicht wie immer die Zeitung rein holt, rufen Sie Ihn an. Das ist keine Neugier, sondern gegebenenfalls lebensrettende Aufmerksamkeit.“

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