Zwei Männer mit Faible für exotische Vögel

Die Kronenkraniche sind die Prachtexemplare im Erich Rossows Gehege in Deierte. Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Volker Rummenhohl und Erich Rossow brauchen gar nicht auszuschwärmen. Exotische Vögel aus Asien, Südamerika und Australien tummeln sich bei ihnen vor der Haustür. Beide sind dem Ziergeflügelverein Sauerland angeschlossen, der seinen Sitz in Deierte hat. Dem steht Barbara Rossow vor.

Von Ina Hornemann

Die Liebe zum Tier vereint die Hohenlimburger und Nachrodt-Wiblingwerder Züchter. „Und weil wir alle gar nicht weit voneinander weg wohnen, haben wir uns 1998 zusammengeschlossen“, erklärt Volker Rummenhohl, 2. Vorsitzender des Vereins. Jährlich füllen die Mitglieder die Schauvolieren im Saalbau Letmathe mit prächtigen Vögeln. „Wir haben Besucher, die es stundenlang genießen können, die Vögel zu beobachten“, erklärt der Halter und Funktionär. Für ihn ist dieser Genuss Alltag, denn um sein Wohnhaus herum tummeln sich etwa 150 Tiere aus 30 Rassen. Ein idyllisches Gezwitscher begleitet im Sommer das Frühstück im Garten. Aber auch in der kalten Jahreszeit nimmt Volker Rummenhohl gern auf der Bank in der von einem stabilen Netz geschützen Freiluftvoliere Platz, um seine Tiere zu beobachten. Zu sehen gibt’s unter anderem Kanarien, Hauswachteln, Sittiche, Säbelschnäbler, Pracht-, Reis- und Zebrafinken, asiatische Blauelstern, Flügeltauben, diverse prächtige Fasane und Enten.

„Mit Enten hat’s bei mir angefangen“, berichtet Volker Rummenhohl. Das ist viele Jahre her, denn ein Tierfreund war er von Kindesbeinen an. „Ich hatte später Glück, dass ich Nachbarn hatte, die mitgezogen sind bei meinem Hobby. Und dass ich eine Frau habe, die an den Vögeln genauso viel Freude hat, wie ich“, schildert er. Für die Haltung braucht es nicht nur Platz und Erfahrung mit naturnaher Lebensraumgestaltung, sondern auch das Wissen darum, welche Arten sich miteinander vertragen. „Interessant ist: Je weiter die Ursprungsländer der Tiere voneinander entfernt liegen, desto einfacher kann man sie zusammen halten“, erklärt Rummenohl.

Nur der Futterneid, der eint die Tiere. Auch den Würmchen, die der Halter manchen seiner Tiere füttert, sind die Körnerpicker nicht abgeneigt. Theoretisch könnten die Leckereien auch Wildvögel anlocken. „Wenn sich ein Spätzchen zu mir verfliegen würde, dann dürfte es bleiben“, sagt Rummenhohl lachend.

Bei Erich Rossow ist der Lebensraum seiner Ziervögel nicht so offen. Mit 14 Exemplaren besitzt er weitaus weniger Geflügel, als sein Vereinskollege, doch die sind weitaus größer. Drei Pfauen und ein Kronenkranichpärchen sind die Prachtexemplare seiner Gehege. Zu ihnen gesellen sich Jungfernkraniche und Hühner. Die Pfauen sind so zahm, dass sie ihrem Besitzer aus der Hand fressen, wenn er ihnen einen Waffel-Snack anbietet. Das Kronenkranich-Männchen sieht sich an der Seite von Wachhund Lady und bewacht stets sein Revier. Während Lady auf Besucher freudig wedelnd reagiert, zeigt der afrikanische Wachvogel, was er hat: Zwei Meter Flügelspannweite und einen Schnabel, der schmerzhafte Verletzungen zufügen kann. „Mich mag er aber“, erklärt Erich Rossow lachend. Bei den Kronenkranichen – übrigens der Wappenvogel Ugandas – ist das Männchen dominant und bei den Pfauen prachtvoll und schön: Meterlange Federn zieht der Ährenträgerpfau hinter sich her. Alle, die er verliert, sammelt Erich Rossow und verschenkt sie an die Kinder, die sich die jährliche Vereinsausstellung ansehen.

Die findet in diesem Jahr übrigens erstmals im Herbst statt und zwar am 17. und 18. Oktober. Vielleicht sogar mit Nachwuchs. „Züchter sind wir zwar nicht. Aber was kommt, haben wir natürlich gerne“, sagen Rummenohl und Rossow übereinstimmend.

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