Eltern lernen den Waldkindergarten kennen

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Für ein Naturmandala mussten allerhand Sachen zusammengetragen werden. Manche Eltern zeigten sich anfangs etwas zögerlich, aber der Nachwuchs machte es vor.

Nachrodt-Wiblingwerde - Kreativität war gefragt – und die fiel den Eltern am Anfang sichtlich schwer. Die Kinder des Waldkindergartens machten es schließlich vor. Mit kleinen Körben schwärmten sie aus in den Wald und sammelten alles, woraus man ein natürliches Mandala bauen kann: Stöcke, Tannenzapfen, Gras, Blätter und Blüten.

Nach und nach begannen auch die Eltern. Inspiriert von der kindlichen Fantasie halfen sie tatkräftig mit und schnell entstand ein prächtiges Naturmandala an den Zwillingsbirken.

Vertieft in die Arbeit entstanden ungezwungene Gespräche über Kunst, Kinder und alles, was die Eltern sonst noch bewegte – und genau das war das Ziel von Kindergartenleiterin Nadine Richter und ihrem Team. Das kleine Sommerfest sollte gleichzeitig nämlich auch ein Kennenlerntag sein. Seit August sind die neuen Kinder da. Sie haben längst viele neue Freunde gefunden.

Nun wurde es höchste Zeit, dass auch die Eltern sich besser kennenlernen. Denn auf eine intakte Gemeinschaft werde viel Wert gelegt, wie Richter erklärte: „Die Erwachsenen sind bei uns sehr stark eingebunden. Sie helfen, das Gelände in Ordnung zu halten und sind zu einigen Veranstaltungen eingeladen, die über das Jahr verteilt stattfinden.“ Daraus seien schon Freundschaften fürs Leben entstanden, die auch weit über das Kindergartenleben hinaus bestand haben.

Sechs neue Kinder wurden im August aufgenommen. Insgesamt 20 Kinder besuchen nun die Einrichtung mit dem ungewöhnlichen pädagogischen Konzept. „Mehr Plätze haben wir leider nicht. Wir haben seit Jahren immer viele Anfragen“, so Richter. Und die kämen nicht nur aus Wiblingwerde. So seien beispielsweise auch Kinder aus Iserlohn in der Einrichtung zu finden. Der Waldkindergarten empfing vor 17 Jahren die ersten Kinder. Er wird von einer Initiative getragen, für die engagierte Eltern und Erzieherinnen im Mai 1997 einen Verein gründeten.

Bis jetzt bleibt das Wiblingwerder Konzept einzigartig im Märkischen Kreis. Lediglich in Hagen gebe es noch eine Waldkindergartengruppe. Die sei allerdings einem „normalen“ Kindergarten angeschlossen. Zudem würden einige andere Kindertagesstätten Natur-Schwerpunkte setzen.

„Es gibt schon viele Anfragen von Erzieherinnen, die einmal bei uns hospitieren möchten, um neue pädagogische Konzepte kennenzulernen. Insbesondere wenn sie etwas zum Thema Wald erarbeiten möchten“, erklärte die Leiterin.

Lernen mit Kopf, Herz und Hand sei in der Einrichtung einfach anders möglich. „Bei uns lernen die Kinder alles, was sie später in der Schule und im Leben brauchen“, betonte Richter. Nur das pädagogische Konzept sei eben ein wenig anders – habe sich aber nachweislich bewährt.

Das Spiel in der Natur fördere zudem Kreativität, Motorik und Fantasie. So würden den Kindern beispielsweise intensive Lern- und Sinneserfahrungen in der Natur ermöglicht.

Unter anderem dadurch werde der gesetzliche Bildungsauftrag der frühkindlichen Förderung in besonderem Maße umgesetzt.

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