Rat gegen weitere Windräder in Veserde

Einstimmig: Flächennutzungsplan-Änderung wird eingestellt

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Drei Windräder gibt es bereits in Veserde. Und drei sollen es auch bleiben.

Nachrodt-Wiblingwerde - In Veserde soll es keine weiteren Windräder geben. Einstimmig beschloss der Rat der Doppelgemeinde gestern Abend, die Planungen zur 22. Änderung des Flächennutzungsplanes einzustellen.

Einstimmig wurde anschließend auch der Bauantrag auf „Genehmigung zur Errichtung und Betrieb von zwei Windenergieanlagen“, vorgebracht durch die Naturstrom Veserde GmbH & Co. KG, abgelehnt. 

Ob die Gemeinde damit allerdings den Bau weiterer Anlagen auf ihrem Gemeindegebiet generell verhindern kann, „steht wohl in den Sternen“. Das sagte zumindest Ratsmitglied Johannes Illerhaus (UWG) in einer ersten Bewertung und traf vermutlich den Nerv. 

Denn Verwaltungschefin Birgit Tupat hatte vor der Abstimmung noch einmal deutlich gemacht, dass sich die Gemeinde bei eingehenden Bau-Anträgen jetzt zwar auf die bestehende und bereits mit vorhandenen Anlagen ausgeschöpfte Vorrangfläche berufen werde. Allerdings gab es im Vorfeld noch am Montagmorgen ein Gespräch mit dem Kreis, der genau den jetzt gefassten Beschluss kritisch sehe. 

So habe der Kreis angedeutet, womöglich auch ohne das jetzt eben nicht hergestellte so genannte Einvernehmen nach Bauparagraph 36 womöglich doch eine Baugenehmigung erteilen zu müssen. Die Sitzung fand im großen Saal der Rastatt statt – „das haben wir vorsorglich getan“ – sagte Tupat und lag richtig. 

Mehr als drei Dutzend Bürger folgten den Statements der Politiker aller Ratsfraktionen und zollten ihnen auch mehrfach Beifall. Drei Redner aus dem Publikum hatten vor der Abstimmung noch einmal eindringlich an den Rat appelliert, keine neuen Windräder zuzulassen. 

„Auch nicht mit der Faust in der Tasche, weil wir alle für saubere Energie sind.“ Sowohl SPD-Chefin Susanne Jacoby, als auch CDU-Sprecher Lars Wygoda und Johannes Illerhaus (UWG) berichteten vom Ringen in ihren Fraktionen, ob der jetzt getroffenen Entscheidung. 

Immer wieder kam der von Politikern, Bürgern und Windkraftgegnern als sehr unsachlich und verletzend empfundene kürzlich stattgefundene Schlagaustausch mit den Investoren zur Sprache. Alle Redner waren sich einig: Die dort geäußerten Drohgebärden seien fehl am Platze gewesen.

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