Nachspiel eines eskalierten Streites/ Ingo Graetz erstattet Anzeige

Eine Ausweisung und eine Strafanzeige in Nachrodt

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Teller, Tassen, Stühle und mehr warfen streitende Asylbewerber aus diesem Haus auf die B236.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Wir wollen eh mit dem Barfen anfangen“. Mit diesem und ähnlich bösen Kommentaren haben sich Nachrodter im Netz über den eskalierten Streit von zwei Asylbewerbern geäußert, die Möbel auf die B236 geworden hatten. Barfen bedeutet übrigens Rohfleischfütterung. 

Jetzt gibt es ein doppeltes Nachspiel: Ingo Graetz hat im Namen des Flüchtlingskreises Anzeige erstattet. Und: Einer der streitenden Flüchtlinge wird ausgewiesen. 

Streit eskaliert

Doch von vorn: Zwei polizeibekannte Asylbewerber waren derart aneinander geraten, dass nicht nur die Polizei, sondern auch ein Rettungswagen und schließlich ein Reinigungsfahrzeug der Stadt Altena zur Hagener Straße 114/116 gerufen werden mussten. Wie das AK berichtete, warf ein betrunkener Algerier mit einer Mikrowelle und traf einen unter Drogeneinfluss stehenden Kontrahenten – ebenfalls Algerier. Ein Fenster ging zu Bruch, als die Streithähne die Möbel zertrümmerten und sodann auf die B236 warfen. 

Nicht zum ersten Mal hatten die beiden Algerier erhebliche Probleme miteinander und waren von der Gemeinde deshalb schon räumlich getrennt worden. 

Menschenverachtende Kommentare im Internet

Der Vorfall hatte für einiges Aufsehen und auch für Unmut in öffentlichen Netzwerken gesorgt. „Man könnte mal die Hunde ‘draufhetzen“ ist eine Aussage, die so nicht hinnehmbar ist. Wir haben gegen zwei Personen Anzeige wegen öffentlichem Aufruf zu einer Straftat erstattet“, sagt Graetz, der sich der Unterstützung des Nachrodter Flüchtlingskreises sicher ist. 

„Jeder kann ins Flüchtlingsheim gehen und fragen, ob er helfen kann. Man sollte sich mit den Menschen beschäftigen“, so Ingo Graetz, der die Kommentare in allen Foren online verfolgt und auch Screenshots von den jetzt gelöschten Äußerungen hat. „Eine Selbstschussanlage wäre doch auch was“, heißt es da unter anderem.

Ordnungsamtleiter verurteilt Postings

„Ich unterstütze die Anzeige“, sagt Susanne Jakoby in ihrer Funktion als Sprecherin des Flüchtlingskreises. „Ich selbst lese die ganzen Kommentare im Netz nicht.“ Auch Ordnungsamtsleiter Axel Boshamer findet die Initiative von Ingo Graetz gut. „Ich weiß nicht, was in den Posts steht, deswegen kann ich mir kein abschließendes Urteil erlauben. Generell haben menschenverachtende Aussagen in öffentlichen Netzwerken nichts zu suchen.“ 

Die Gemeinde hat ihrerseits nach dem Vorfall in der Asylbewerberunterkunft die Ausländerbehörde des Kreises eingeschaltet, die wiederum das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge informiert hat. Denn schon vor dem Vorfall liefen gegen beide Personen diverse Ermittlungsverfahren wegen verschiedener Straftaten. 

Bis Sonntag Deutschland verlassen

 „Bei einem wurde jetzt die Abschiebung angeordnet, weil Gründe für einen Asylantrag nicht vorliegen. Wie sich herausgestellt hat, war er bereits in mehreren anderen Ländern, bevor er hier gelandet ist. Bis Sonntag muss er Deutschland verlassen“, erklärt Axel Boshamer. 

Der andere Algerier soll sich an den Kosten für die Reinigung der Straße beteiligen. Da wartet die Gemeinde noch auf den Kostenbescheid. Ingo Graetz und Lisa Luther sind regelmäßig in der Unterkunft für Asylbewerber an der Hagener Straße. „Sie kümmern sich und geben auch zum Teil Sprachkurse. Die machen ganz viel im Hintergrund“, ist Axel Boshamer dankbar für das Engagement der beiden.

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