Feuerwehr-Standort Veserde in Gefahr

Wehrleiter Michael Kling und Bürgermeisterin Birgit Tupat stellten mögliche Schließungspläne für den Feuerwehrstandort Veserde vor. Seitens der Verwaltung wird eine Fusion mit den Wiblingwerdern favorisiert.  Foto: Machelett

Nachrodt-Wiblingwerde - Es brodelt schon lange und was bisher nur Gerüchte waren, wird nun konkret. Geht es nach Bürgermeisterin Birgit Tupat, wird es schon bald keinen Feuerwehrstandort Veserde mehr geben. Die Gründe dafür erklärte sie gestern gemeinsam mit Wehr-Leiter Michael Kling. Die Veserder Feuerwehrmänner sehen das jedoch anders und kündigten Protest an.

Bereits seit mehr als drei Jahren wird immer wieder über die Schließung des Standorts in der Alten Schule diskutiert. Doch nun scheint das Aus zum Greifen nah. „Es geht uns nicht darum, etwas kaputt zu machen, sondern darum, Synergien zu nutzen und den Löschzug im Höhendorf für die Zukunft gut aufzustellen“, betonte Tupat.

Die Entwicklungen in Veserde habe man lange beobachtet. Derzeit verfügt die Löschgruppe über zwölf ausgebildete Einsatzkräfte. Nach dem Ausscheiden von Tim Hermann in der Gruppenführung fehlt erneut eine Führungskraft. „Ein schnelles Heranziehen von Führungskräften ist auf Grund der vorhandenen Ausbildung und Eignung nicht möglich“, betonte Tupat. Auch die Tagesverfügbarkeit sei durch die Löschgruppe derzeit nicht gesichert, weil die meisten Mitglieder nicht in der Nähe arbeiten würden. „Am Abend oder in der Nacht ist das kein Problem. Aber tagsüber kam es schon öfter zu Problemen“, erklärt Kling. Ein Feuerwehrfahrzeug darf nur ausrücken, wenn eine Führungskraft und acht Mitglieder da sind. Das sei während der Woche nahezu unmöglich. „Die Einsatzkräfte arbeiten in Hagen, Iserlohn, Hohenlimburg. Wie soll das gehen?“, fragt Kling. Derzeit würden bereits immer andere Einheiten mit alarmiert, um die Einsatzstärke zu gewährleisten.

Daher gehe es auch nicht darum, Personal oder Einsatzkräfte abzuschaffen. „Es soll viel mehr eine Fusion werden und beide Standorte in Wiblingwerde zusammen gezogen werden“, betonte der Wehrleiter.

Würde die Wehr erhalten bleiben, müsste unter anderem das Gerätehaus umgebaut werden. Circa 50 000 Euro würde das die Gemeinde kosten. Enthalten sind darin Brandschutzmaßnahmen und die Nutzungstrennung zur privaten Mietnutzung. Bei einer Fusion sollen die Geräte unter anderem in der Halle des Bauhofs untergebracht werden, die sich direkt neben dem Wiblingwerder Feuerwehrgerätehaus befindet. Die Kosten für eine entsprechende Herrichtung betragen laut Verwaltung rund 18 000 Euro. Deutlich günstiger also als der Umbau in Veserde.

„Wir müssen die Feuerwehr einfach auf standfeste Füße stellen“, erklärte Kling. Ob das gelingt, ist fraglich. Denn die Veserder Wehr kündigte bereits Protest an. Im Fall einer Zusammenlegung wolle man geschlossen austreten und stehe der Gemeinde nicht mehr zur Verfügung. Seitens der Gruppenführung wurde dies nicht bestätigt. Weder Löschgruppenführer Christian Salomon noch sein Stellvertreter Stefan Englert wollten dazu etwas sagen. Insider berichten jedoch von emotionalen Debatten und großer Unzufriedenheit innerhalb der Löschgruppe.

„Wir wissen auch, dass die Schließung ein herber Schlag für das Dorfleben ist. Aber hier geht es weniger um die emotionalen Argumente“, sagte Kling. Und das habe er in zahlreichen Gesprächen den Feuerwehrmännern ausführlich erklärt. Am Montag, 19. Oktober, wird der Rat über die Schließung des Standorts entscheiden.

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