Bürgerbus ist seit 20 Jahren ein einziges Erfolgsmodell

Bürger fahren für Bürger

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Blick auf den Vorstandstisch des Bürgerbusvereins.

Nachrodt-Wiblingwerde - Bürger fahren für Bürger – das ist wahrlich ein Erfolgskonzept in der Gemeinde. Und das nun schon seit 20 Jahren. Daher wird der Bürgerbusverein in diesem Jahr auch seinen runden Geburtstag feiern. Dass das Konzept nach wie vor erfolgreich ist, zeigte die Jahreshauptversammlung.

Der Raum in der Rastatt war komplett besetzt. Sogar einige Stühle mussten noch ran geschafft werden. Denn wenn der Verein ruft, sind die Mitglieder da. Ein ehrenamtliches Engagement, das seit zwei Jahrzehnten ungebrochen ist. Sieben Fahrerinnen und 17 Fahrer sind derzeit aktiv. Aber auch die, die nicht mehr aktiv fahren, sind da, wenn ihre Hilfe benötigt wird. Und so waren es knapp 40 Mitglieder, die sich in der Rastatt versammelt hatten. „Nein, im Gegensatz zu einigen anderen Vereinen haben wir derzeit keine Engpässe bei den Fahrern. Ausruhen dürfen wir uns dennoch nicht. Wir sollten immer wieder Werbung machen und nicht vergessen, dass einige von uns bald altersbedingt ausscheiden“, mahnte Geschäftsführer Reinhard Ittershagen.

33215 Kilometer

Gut besucht war die Versammlung in der Rastatt.

33215 Kilometer an 251 Tagen absolvierten die Fahrer allein im vergangenen Jahr. Allerdings war die Zahl der Fahrgäste rückläufig. 6626 Bürger wurden befördert. Das seien 1222 weniger als noch im Vorjahr. Laut Ittershagen liege der Rückgang überwiegend im Bereich der Erwachsenen und Behinderten. 21 Prozent der Fahrgäste waren Kinder. „Wie im gesamten öffentlichen Personennahverkehr reichen die Fahrgasteinnahmen nicht aus, um die Kosten zu decken“, erklärte Ittershagen. Neben Landesmitteln beim Erwerb eines Fahrzeugs und jährliche Organisationskostenpauschalen generiert der Verein zusätzliche Einnahmen durch die Vermietung von Werbeflächen. „Die wichtigste Position auf der Einnahmeseite ist jedoch das ehrenamtliche Engagement der aktiven Vereinsmitglieder“, betonte Ittershagen. Neben dem 20-jährigen Bestehen, dass am 22. Oktober in der Rastatt gefeiert werden soll, freuen sich die Mitglieder vor allem auf den neuen Bus. Der ist bereits da und durchläuft gerade die letzte Kontrollen und Umbauten. Voraussichtlich im Juni soll er in Betrieb genommen werden. Alle sieben Jahre gibt es für den Verein ein neues Fahrzeug. Der jetzige Bus wird dann rund 250000 Kilometer gelaufen sein. „Wir bekommen nun den vierten Bus. Das heißt, dass wir mit unseren Fahrzeugen so viele Kilometer gemacht haben, dass wir quasi fast zweimal um die Welt gefahren sind“, machte Ittershagen die Dimension deutlich.

Dimension

 Bei den Wahlen wurde sichtbar, dass ein Generationenwechsel ansteht. Zwar gab es erst einmal keine Veränderungen, die werden allerdings in großen Schritten vorbereitet. In ihren Ämtern bestätigt wurden der zweite Vorsitzende Johannes Illerhaus und Schriftführer Ewald Pitschke. Sie werden weitere fünf Jahre im Vorstand mitarbeiten. Reinhard Ittershagen hingen ließ sich nur unter der Bedingung wiederwählen, dass er keine vollen fünf Jahre mehr Geschäftsführer sein wird. Seit 15 Jahren ist er in dieser Funktion aktiv. „Weitere fünf Jahre sind lang. Wer weiß, ob ich dann noch als Fahrer aktiv bin und im Vorstand sollten schon überwiegend aktive Fahrer sein“, erklärte Ittershagen. Er wird daher in den kommenden Monaten Dieter Nölke einarbeiten, der das Amt dann übernehmen soll – sofern die Mitglieder zustimmen. Wann genau der Wechsel stattfinden soll steht noch nicht fest. Die Versammlung lobte jedoch das weitsichtige Vorgehen des Vorstands. Ein ähnliches Modell soll für die Position des Fahrzeugwarts erfolgen. Hartwig Panne wird, obwohl er nach zehn Jahren als Fahrer aus dem aktiven Dienst verabschiedet wurde, weiterhin als Fahrzeugwart tätig sein.

Fahrzeugwart

 Parallel wird er allerdings seinen Nachfolger Gerhard Wilkes einarbeiten. Panne hat im Laufe der vergangenen Jahre als Fahrer rund 16000 Kilometer zurückgelegt. 118 Mal saß er hinter dem Steuer. Im Rahmen der Versammlung wurde er aus dem aktiven Dienst entlassen. Am Samstag, 21. Mai, treffen sich die Fahrer um 10 Uhr am ehemaligen Baubetriebshofgelände in Wiblingwerde. Dort findet die jährliche Busputzparty statt. Der neue Bus soll dann auch schon da sein und den Fahrern vorgestellt werden.

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