Theater probt für Urmel-Aufführung

Die Akteure des Brettkens sind guter Dinge, dass die Urmel-Aufführung zu einem weiteren Erfolg wird.

Nachrodt-Wiblingwerde - Am Urmel-Kostüm fehlt noch der Kopf, Stühle und Tische ersetzen das Bühnenbild und die eine oder andere Textlücke gibt es auch noch – aber bereits jetzt ist klar: Das Kindertheater des Brettken am Drögen Pütt wird sicherlich wieder für strahlende Kinderaugen sorgen. Gespielt wird dieses Mal Urmel aus dem Eis.

So langsam drängt die Zeit. In gut zwölf Wochen findet die Premiere statt. Und in der Woche vor der Aufführung kann kaum noch geprobt werden, schließlich müssen dann 1200 Quadratmeter Lennehalle in die bunte Insel Titiwu verwandelt werden. Daher werden noch vier Sonderproben am Wochenende eingelegt. „Ja, es ist super viel. Aber es macht Spaß, auch wenn es wirklich eine irre Herausforderung ist“, sagt Dr. Michael Podworny. Für ihn ist das Stück gar nicht unbekannt. Denn bereits 1999 wurde es in der Adventszeit von dem Amateurtheater präsentiert. Allerdings ist Podworny der einzige, der bereits damals dabei war.

„Das richtige Kinderstück zu finden, ist gar nicht so leicht“, sagt der erfahrene Schauspieler. Schließlich seien die Erwartungen hoch. So würden beispielsweise Kinderstücke, die gerade im Kino laufen, ausscheiden. Podworny: „Die Zuschauer erwarten dann, dass es die gleichen Dialoge und die gleiche Musik ist. Das geht natürlich nicht.“

Auch die Grimm-Märchen seien nicht mehr sonderlich beliebt. Die moderneren Stücke würden ebenfalls nicht passen. Da das Sommerstück schon sehr experimentell war, sollte eher wieder etwas Klassisches her. Und so fiel die Wahl auf Urmel aus dem Eis. „Wir spielen eine Inszenierung mit viel Musik. Das ist in den letzten Jahren immer gut angekommen“, erklärt der Leiter der Gruppe. Zudem seien Tierrollen immer sehr dankbar. So gebe es wenig zwischenmenschliche Probleme, alles sei eher verspielt und gleichzeitig seien die Tiere alle gute Identifikationsfiguren für die Kinder. Einziges Problem: Alle Tiere haben Sprachfehler. Einer besondere Herausforderung für die jungen Schauspieler.

Auch die vielen Gesangspassagen sind für einige noch nicht ganz selbstverständlich. Die Scheu auf der Bühne zu singen sei am Anfang oft groß. Jede zweite Probe ist daher eine Gesangsprobe. Mittlerweile haben die Akteure ihre Angst verloren und singen frei und gut gelaunt die poppigen Lieder. Schließlich weiß jeder: Wenn der eine oder andere Ton nicht stimmt, ist das auch kein Weltuntergang.

Kindertheater ist für die Nachrodter immer eine besonders große Herausforderung. „Kinder sind auf eine gewisse Weise anspruchsvoller. Außerdem müssen wir es schaffen, auch die Eltern zu begeistern. Schließlich sollen die zwei Stunden Programm für sie keine Qual werden“, lacht Podworny. Die Herausforderung beginnt bei den Kostümen und im Bühnenbild: „Es reicht nicht, eine Schweinenase aufzusetzen oder Mitten in den Raum eine Tür zu stellen. Was für Erwachsene kein Problem ist, ist für Kinder zu abstrakt. Da muss man schon genauer arbeiten.“

Doch so anstrengend die Proben auch sind. Für die Mitglieder der Theatergruppe ist jede einzelne Stunde kostbar. Sie haben nämlich jede Menge Spaß bei den Proben. Gemeinsam wird gelacht und gefeiert.

Aus den Kollegen auf der Bühne sind längst Freunde im Leben geworden. Und sie alle haben ein Ziel: Die Kinder zu begeistern. Podworny: „Die Aufführungen sind einfach das Tüpfelchen auf dem I. Dieses Gefühl ist eben ganz besonders. Und das treibt uns jedes Jahr aufs neue wieder an.“

Gezeigt wird das Stück am 5., 6., 9., 12. und 13. Dezember in der Lennehalle.

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