Weltgebetstag der Frauen in Nachrodt mit Blick nach Kuba

Frauen aus der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde hatten die Liturgie vorbereitet.

Nachrodt-Wiblingwerde - Karibische Klänge ertönten am Freitagnachmittag in der evangelischen Kirche Nachrodt-Obstfeld, denn der internationale Weltgebetstag der Frauen lud diesmal zu einem Blick nach Kuba und auf die kubanische Gesellschaft ein.

Viele denken an schneeweiße Strände, Palmen, Cocktails und Tabakprodukte. Das Kommitee, das die Weltgebetstagsliturgie erstellt hatte, lenkte den Blick auf die kubanische Gesellschaft.

So schlüpften in Nachrodt Frauen aus der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde in die Rollen von Kubanerinnen, die aus ihrem Leben berichteten. 

Ihr Leben ist nicht einfach: Arbeit kann der Karibik-Staat vielen bieten, doch trotz flächendeckend guter Vollbeschäftigung schaffen es viele Frauen nicht, ihre Familien mit dem Notwendigen zu versorgen. Vielen von ihnen gibt der Glaube an Gott halt. 

In schweren Zeiten waren die Kirchenbänke leer

Kirche hatte nicht immer den hohen Stellenwert, den sie für die vorwiegend katholische Bevölkerung heute hat. „Wir hatten auch schwere Zeiten, in denen die Bänke leer waren“, ließen die Kubanerinnen ihre Glaubensschwestern in Deutschland wissen. 

„Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“, hatten sie dem Weltgebetstag 2016 als Motto vorangestellt und bezogen sich in der Liturgie oft auf die verlässliche Führung, die Kinder zum Gedeien brauchen. Der ihnen vorgelebte Glaube müsse echt und verbürgt sein. Das war die zentrale Botschaft, für die die Frauen in Nachrodt gern ins Gebet mit einstiegen.

Kubanerinnen versprechen sich viel vom Weltgebetstag

Im Rahmen des Gottesdienstes erfuhren sie viel über die bevölkerungsreichste Insel der Karibik, die aufgrund politischer Unruhen Jahrzehnte der Unterdrückung erleben musste. Frauen hatten es lange Zeit schwer, sich entfalten zu können. 

Offiziell ist es ihnen zwar heute gestattet, ihrer Berufswahl frei nachgehen zu können, doch aufgrund gesellschaftlich verfestigter Ansichten über Geschlechterrollen finden sich in hohen Gremien und Führungspositionen nur wenige. Vom Fokus, der durch den Weltgebetstag auf das Land gerichtet wurde, versprechen sich die Kubanerinnen viel.

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