Bernd Stelter rührt die Werbetrommel fürs Heiraten

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Bernd Stelter kennt Nachrodt-Wiblingwerde zwar nicht, glaubt aber, genau zu wissen, was ihn dort in der Lennehalle am 31. Oktober erwartet.

Nachrodt-Wiblingwerde - Mit seinem aktuellen Programm „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“ ist Bernd Stelter am 31. Oktober in der Lennehalle zu Gast. Ist er Comedian oder eher Kabarettist? Der 54-jährige gebürtige Unnaer passt in keine Schublade. Darüber und über einiges mehr hat im Interview gesprochen.

Herr Stelter, Sie sind ja Ur-Westfale, oder zumindest dort, in Unna, geboren. Kennen Sie auch Nachrodt-Wiblingwerde?

Stelter: Als Moderator des NRW-Duells weiß ich natürlich, dass ein Fluss senkrecht im Wappen der Rhein ist, wie im Landeswappen von NRW. Und, dass ein Fluss waagerecht im Wappen die Lenne darstellt, wie im Wappen von Nachrodt-Wiblingwerde.

Wann sind Sie zum letzten Mal dort gewesen?

Stelter: Sehen Sie, und da hört es auch schon auf. Ich war noch nie dort, aber ich freue mich sehr, dass ich diesen weißen Fleck auf meiner NRW-Landkarte am 31. Oktober endlich bunt einfärben kann.

Was, glauben Sie, erwartet Sie in der kleinsten Gemeinde des Märkischen Kreises?

Stelter: Ich glaube, ich weiß ziemlich genau, was mich in der Lennehalle erwartet. Der Westfale ist ein bodenständiger Typ, der natürlich nicht wie der Rheinländer schon vor dem Auftritt auf den Stühlen steht. Aber er lacht gerne, er wird auch gern mal melancholisch, er macht sich einfach gerne einen schönen Abend. Und das kriegen wir zusammen schon hin, da bin ich mir ganz sicher.

Sind Sie schon einmal in einer Turnhalle aufgetreten?

Stelter: Natürlich, es steht halt nicht überall ein Stadttheater.

In Ihrem aktuellen Programm singen Sie ein Loblied auf die Ehe. Sind Sie eigentlich so glücklich verheiratet?

Stelter: Meine Frau Anke und ich feiern im nächsten Jahr Silberhochzeit, das ist in meinem Berufszweig wirklich keine Selbstverständlichkeit. Meine Ehefrau, meine Familie, geben mir eine Rückzugsmöglichkeit. Wenn ich mal nicht auf einer Bühne stehen will, wenn ich keine Fernsehkameras um mich haben will, dann fahre ich heim und weiß genau, hier ist mein Zuhause. Da zitiere ich doch gern mal den Gevatter Goethe: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“

Gab es ein Schlüsselerlebnis, dass Sie zu Ihrem aktuellen Programm inspiriert hat? Wieviel privat Erlebtes steckt überhaupt in Ihren Programmen?

Stelter: Nein, das ist nicht ein spezielles Erlebnis. Es passiert mir immer wieder, dass ich auf Tournee bin, und irgendwann reicht das Handy nicht mehr, dann will ich meine Frau in den Arm nehmen. Und wenn man dann so mit einem Glas Wein im Hotelzimmer sitzt, dann entstehen Ideen wie „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte.“

Menschen zum Lachen zu bringen, ist ein großes Talent. Wann haben Sie festgestellt, dass Sie über eine solche Gabe verfügen?

Stelter: Ich war mit 15 schon ungefähr so schwer wie heute, nur nicht so groß. Wenn man da bei den Mädels was werden will, muss man schon lustig sein. Ich glaube, das trainiert.

Sie sind ja auch sehr oft und in sehr verschiedenen Rollen im Fernsehen zu sehen. Was macht Ihnen mehr Spaß, das Fernsehen oder die Bühne?

Stelter: Ganz eindeutig die Bühne. Wenn ich auf den Brettern stehe, spüre ich sofort, ob es dem Publikum gefällt. Beim Fernsehen muss man am nächsten Tag auf Videotext nachgucken, wie die Quote war. Wenn die Leute nach einem Abend mit mir nach Hause gehen und sagen: „Mann, das war aber ein toller Abend!“, dann kann man auch eine Kamera draufhalten, umgekehrt funktioniert das nicht. Es gibt zwar Fernsehleute, die behaupten, dass man im Fernsehen Superstars machen kann, ich glaube es nicht.

Sehen Sie sich auf der Bühne eigentlich eher als Kabarettist oder als Comedian?

Stelter: Ein Comedian hat ein Mikrofon in der Hand, rennt zwei Stunden über die Bühne und erzählt irgendwas, Hauptsache, es ist lustig. Das würde mir nicht reichen. Zwischen witzig und humorvoll gibt es einen großen Unterschied.

Die große Mehrheit Ihres Publikums nimmt Sie als Spaßmacher wahr, doch in Ihrem ganz neuen Album „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ schlagen Sie auch ganz andere Töne an, emotionale, selbstkritische, sogar politische. Wie kam es zu diesen Liedern?

Stelter: Ich war immer auch ein Liedermacher, in jedem Kabarettprogramm hat es nachdenkliche Töne, hat es Balladen gegeben. Wenn ich als Zuschauer im Theater sitze, und ich soll stundenlang nur lachen, dann wird mir das irgendwann langweilig. Man muss auch mal eine Gänsehaut bekommen, man muss sich auch mal zurücklehnen können, dann wieder laut lachen. Und im nächsten Moment bleibt einem das Lachen vielleicht im Hals stecken. Erst das alles zusammen macht einen „tollen Abend“!

Kurz nach Ihrem Auftritt in Nachrodt-Wiblingwerde beginnt schon die Karnevalssaison. Im Kölner Karneval sind Sie eine feste Größe. Wie fühlt man sich da als Westfale unter all den rheinischen Jecken?

Stelter: Prima!

Karten

Am Samstag, 31. Oktober 2015, ist Bernd Stelter mit seinem aktuellen Programm „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“ in der Lennehalle zu Gast. In seinem Programm macht er sich so seine Gedanken über die Ehe. Wenn „verheiratet sein“ bedeute, dass man zumindest einmal mehr darüber nachdenke, bevor man sich trenne, dann habe sich das teure Hochzeitsfest vielleicht schon gelohnt, meint er. Mit Humor und Wortwitz schildert er die Vorzüge und Tücken des Ehelebens. Einlass ist ab 19 Uhr, das Programm beginnt um 20 Uhr. Karten gibt's im Vorverkauf für 27 Euro unter anderem bei Edeka Clever & Kantimm und in der AK-Geschäftsstelle in Altena (Lennestraße 48). An der Abendkasse kostet der Eintritt 30 Euro. Etwa 100 Tickets sind aktuell noch zu haben.

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