Ausschuss gegen Windkraftanlage am Lohagen - Standort nicht geeignet

Das Landschaftsbild um Wiblingwerde kann mit reizvollen Perspektiven locken - das soll so bleiben.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses haben sich am Montagabend gegen eine Windkraftanlage für eine VermögensverwaltungsFirma im Bereich Lohagen ausgesprochen. Die Entscheidung, das so genannte „gemeindliche Einvernehmen“ nicht zu erteilen wurde einstimmig gefällt.

In der Beratungsvorlage für das Gremium hatte sich die Gemeindeverwaltung allerdings für das Vorhaben ausgesprochen: „Aus Sicht der Verwaltung stehen dem Vorhaben öffentliche Belange nicht entgegen“, heißt es in der Tischvorlage.

Zu Beginn der Beratung hatten sich mehrere Bürger unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen“ in der Rastatt zu Wort gemeldet. Sie alle befürchteten, dass die Anlage einen negativen Einlass auf der Landschaftsbild haben werde. Ausgerechnet in einem Landschaftsschutzgebiet sei so eine Installation unangebracht. Es gebe auch keine Angaben zu Schall-Emissionen oder möglichen Störungen durch Infraschall, sagte eine anderer Einwohner; zudem werde die herrliche Aussicht in Richtung Waldemey zerstört.

Bei der anschließenden Beratung des Punktes zeigte sich dann, dass sich Kommunalpolitiker und Einwohner sehr einig waren. „Wir haben das eingehend geprüft“, sagte zum Beispiel Matthias Lohmann für die SPD. „Wir können uns so etwas an diesem Standort nicht vorstellen.“ Ähnlich sah das auch Peter Herbel (CDU). Er habe erhebliche Bedenken, dass es eben nicht zu einer Beeinträchtigung von öffentlichen Belangen kommen werde, sagte Herbel und Hinweis auf Natur- und Landschaftsschutz. „Wir widersprechen dem Antrag“, sagte Herbel – und bekam prompt Applaus aus dem Zuhörerraum.

Die UWG war auf gleicher Linie: „Wir folgen den Bedenken, die hier vorgetragen werden. So etwas passt in der Größe nicht da hin.“

In der Diskussion machte Bürgermeisterin Birgit Tupat, dass seitens der Unteren Landschaftsbehörde (Märkischer Kreis) noch geprüft wird, ob das Vorhaben nicht an einem anderen Standort realisiert werden könne. Auf diese Weise wolle man dem Landschaftsschutzgebiet ausweichen.

Das Windkraftrad dient laut Bauantrag dazu, die Immobilie der Firma mit Strom zu versorgen und soll etwa 50 Prozent des Jahresenergieverbrauchs decken. Trotz eine Höhe von rund 30 Metern und einem Durchmesser von elf Metern auf. Das gelte, darauf machte die Bürgermeisterin aufmerksam, noch als „Klein-Anlage“ und ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz sei daher nicht erforderlich.

Sollte sich der Bauherr in Abstimmung mit der Landschaftsbehörde noch für einen anderen Standort entscheiden, dann will die Bürgermeisterin die Politik in einer der nächsten Sitzungen erneut mit dem Thema Windkraftanlage befassen.

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