Spektakuläre Rettung in Nachrodt

Arbeiter stürzt bei AGN mehrere Meter in die Tiefe: Höhenretter rücken an

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Unter schwierigen Bedingungen retteten die Feuerwehrkräfte einen 43 Jahre alten Hagener.

Nachrodt - Als der Melder ging, dachte noch niemand von der Löschgruppe Nachrodt, dass dies die Alarmierung zu einem der schwierigsten Einsätze der vergangenen Monate sein würde. „Tragehilfe für Rettungsdienst“ stand auf den Geräten. Eigentlich ein Routineeinsatz, den die ehrenamtlichen Retter mehrmals im Monat haben. Doch die Situation an der Hagener Straße war anders.

Ein lauter Schrei ließ die Lasbecker am Montagabend aufhorchen. Als wenig später das Martinshorn erklang, war klar, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Aber wo? Nichts war zu sehen. Die Feuerwehr parkte an der Hagener Straße vor AGN, ein Rettungswagen hinter dem Firmengebäude. „Ein Arbeiter ist bei Montagearbeiten abgestürzt“, erklärte Feuerwehr Chef Michael Kling. Um 20.38 Uhr hatten die Feuerwehrkräfte den Ruf zum Einsatz bekommen.

Der 43-jährige Mann aus Hagen lag schwer verletzt einige Meter unterhalb des Firmengeländes am Lenneufer. Mitten zwischen Bäumen und Sträuchern. Nur etwa 15 Zentimeter von der Lenne entfernt. Mit einer langen Leiter wagten die Höhenretter der Feuerwehr und ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes den Abstieg zu dem Verletzen.

Drehleiter aus Altena angefordert

Schon auf den ersten Blick war klar, dass die Bergung nicht leicht werden würde. „Wir mussten also noch mehr Material aus dem Gerätehaus holen und haben die Drehleiter aus Altena angefordert“, erklärte Kling.Während der Verletzte am Lenneufer behandelt wurde, begannen oben die Vorbereitungen für die Bergung.

Vor allem die einbrechende Dunkelheit sorgte für Schwierigkeiten. Mehrere Feuerwehrmänner waren mit dem Ausleuchten der Unfallstelle beschäftigt. Denn das dichte Laub, die hohe Mauer und der wenige Platz am Ufer erforderten einen ständigen Wechsel der Lichter. 

„Es war nicht leicht, den Patienten zu behandeln und für den anstehenden Transport zu stabilisieren. Es war kaum Platz. Nur etwa 15 Zentimeter bis zur Lenne auf der einen Seite, die dicke Mauer auf der anderen und drumherum Bäume und Sträucher“, erklärte Kling.

Mittlerweile war auch die Drehleiter eingetroffen. Sie sollte als Fixpunkt dienen. Mit geübten Handgriffen bauten die Retter einen Seilzug, den sie später mit Muskelkraft bedienten. Voller Teameinsatz war gefragt.

Vakuummatratze und Spezialtrage

„Der Verletzt wurde von unseren Höhenrettern immobilisiert, also er wurde auf eine Spezialtrage gelegt und fixiert. Auf Grund der Verletzungen ist eine schonende Rettung extrem wichtig zudem kann sich der Patient so nicht unbewusst bewegen und die Aktion gefährden“, erklärte Kling. Die Männer oben waren bereit. Doch unten dauerten die Stabilisierungsarbeiten an. „Es dauert eben eine ganze Weile bis alles angelegt ist und die Vakuummatratze voll aufgepumpt ist“, sagte Kling.

Doch dann ging es nach oben. Trage und ein Höhenretter wurden Zentimeter für Zentimeter hinaufgezogen. Immer wieder mussten sie innehalten und die Trage neu ausrichten. Volle Konzentration war gefragt. „Das Gelände macht es uns nicht leicht. Überall sind Äste und einige Kabel verlaufen dort ebenfalls. Daher kann die Trage auch nicht durch Maschinenkraft hochgezogen werden. Nur mit Muskelkraft kann man so genau arbeiten“, erläuterte Kling die Problematik.

Im Anschluss wurde der Hagener in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestand nach Auskunft der Polizei nicht.

Der Einsatz dauerte insgesamt zwei Stunden. 18 Feuerwehrmänner waren bei dieser aufwendigen Rettungsaktion dabei. Kling: „Rückblickend eine sehr schwierige, sensible und aufwendige Rettungsaktion, die sehr gut abgelaufen ist. Dies ist nur möglich, wenn sich die Einsatzkräfte blind verstehen und gemeinsam Standardsituationen laufend trainieren.“

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