Apotheker Dirk Voß referiert vor der Frauenhilfe

Schmerzen nicht einfach hinnehmen

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Interessierte Zuhörerinnen folgten dem Vortrag.

Nachrodt-Wiblingwerde - Chronischen Schmerzen sollte immer auf den Grund gegangen werden. Sie einfach hinzunehmen, ist keine Option. Dieser Meinung ist zumindest Apotheker Dirk Voß aus Altena.

Der Inhaber der Phönix-Apotheke referierte am Mittwochnachmittag bei der Nachrodter Frauenhilfe über das Thema „chronische Schmerzen“. 15 Millionen Menschen suchen jährlich mit schmerzhaften Problemen Rat bei einem deutschen Apotheker. „Viele möchten einfach ein Schmerzmittel. Dabei ist es wichtig, dass man sich Gedanken darüber macht, um was für einen Schmerz es sich handelt“, erklärte Voß. Bei einmaligen Kopfschmerzen, beispielsweise nach einer Nacht mit wenig Schlaf, könne eine Tablette natürlich helfen. Wiederkehrende oder anhaltende Schmerzen sollten jedoch genau untersucht werden. Wichtig sei es dabei den Menschen immer ganzheitlich zu sehen. „Längst geht es in der Medizin nicht mehr bloß um den Körper.

Körper, Geist und Seele

Apotheker Dirk Voß referierte.

Es wurde erkannt, dass Körper, Geist und Seele erst einen Menschen machen“, sagte der Apotheker. Das bedeutet aber auch, dass heftige oder anhaltende Schmerzen seelischen Schmerz auslösen und umgekehrt, dass seelischer Schmerz körperlichen Schmerz auslösen könne. Voß berichtete, dass er in seinem Arbeitsalltag immer wieder mit Menschen zu tun habe, die mit ihrem Alltag völlig überfordert seien oder extreme Probleme mit sich herumtragen. Entsprechend anhaltend seien auch ihre körperlichen Probleme. Oft klagten sie beispielsweise über Magen-Darm-Probleme. Was viele nicht wüssten: Auch chronische Rückenschmerzen können durch psychische Probleme ausgelöst werden – und das sei weit öfter der Fall, als man glaube. „Es gibt sogar Menschen, denen tut jeden Tag etwas anderes weh. Bei dieser Art Schmerz hilft der Griff in die Tablettenkiste nicht. Hier gilt es das Problem bei der Wurzel zu packen“, erklärte Voß. Grundsätzlich sei es wichtig zu wissen, dass Schmerz auch etwas Positives beinhalte. Er mache dem Betroffenen klar, dass er etwas falsch macht. Der Mensch solle so lernen, was ihm nicht gut tut. Das könne allerdings auch Probleme mit sich bringen.

Schmerzgedächtnis

Denn der Mensch hat auch ein Schmerzgedächtnis. Wenn er beispielsweise gelernt hat, dass Treppensteigen immer weh tut, kann dieser Schmerz auch empfunden werden, wenn der Grund für die Beschwerden bereits behoben ist. Dann funktioniere die sogenannte Schmerzhemmung nicht mehr richtig und die Nerven senden sogar geringe Reite als Schmerzen weiter. Doch was können Betroffene bei chronischen Schmerzen tun? „Wichtig ist, dass Sie sich nicht einigeln. Lassen Sie sich helfen, nehmen Sie weiter am Leben teil, damit ihr inneres Gleichgewicht bestehen bleibt. Und helfen Sie Mitgliedern in Ihrer Gruppe, die sich einigeln. Animieren Sie sie raus zu gehen oder besuchen Sie sie.

Lebensmut nehmen

Schmerzen können einem schnell den Lebensmut nehmen“, appellierte der Referent an die Anwesenden. Zudem sollten Patienten den Mut haben, den Schmerz anzugehen. „Wenn Ihr Arzt Ihnen ein neues Knie empfiehlt und Sie sich fit fühlen, machen Sie das. Nehmen Sie den Schmerz nicht einfach hin“, mahnte Voß

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