Cooler Sound beim Afrikafest am Gartenhallenbad

Diaila Barry studierte mit Kindern in kurzer Zeit ein Trommelkonzert ein. Mit Kronkorken-Schellen ausgestattete Eimer dienten den Jungen und Mädchen dabei als Musikinstrumente. Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Diaila Barry hat den Rhythmus im Blut. So sehr, dass er selbst aus Plastik-Eimern noch einen guten Sound herausholt. Der Leiter der African Artist Agency leitete am Sonntag die Kinder beim Musizieren auf ihren selbstgebauten Trommeln an. So bildete sich eine coole Parade auf dem Vorhof des Gartenhallenbads beim Afrikafest.

Die Vermittlung Afrikanischer Kultur ist erklärtes Ziel der Hagener Künstlervermittlung. Damit schlägt Diaila Barry in dieselbe Kerbe wie der Altenaer Verein zur Förderung der Kultur und der Wissenschaft in Afrika, den die Betreiber und Förderer des Gartenhallenbads fürs Afrikafest mit ins Boot geholt hatte. „Wir kannten uns vorher alle nicht“, erklärt Diaila Barry. „Aber zusammen haben wir was Cooles auf die Beine gestellt.“

Reggae-Musik des aus Guinea stammenden Künstlers Atube ertönte am Sonntag ebenso über den Platz, wie das Trommelkonzert der Kinder. Ihnen hatte der Evangelische Kindergarten Wiblingwerde beim Bauen der Eimer-Trommeln geholfen. Kronkorken-Schellen im Innern bildeten die besondere Soundnote, das niedliche Wildtier-Dekor ein individuelles Design.

Mitgebracht hatte die Künstleragentur auch Models, die afrikanische Mode auf dem improvisierten Catwalk vorstellten. Nicht nur Schnitte und Stoffe, sondern auch Frisurentrends fanden das Interesse der Gäste. Insbesondere Kinder nutzten das Angebot, sich die aufwendig ins Kopfhaar integrierten Zöpfe einflechten zu lassen, die überall Blicke auf sich ziehen.

Der Verein zur Förderung der Kultur und der Wissenschaft in Afrika informierte indes über das Schulprojekt in Kamerun, das mit den Überschüssen des Afrikafests finanziert werden soll.

„Wir arbeiten heute nur kostendeckend“, erklärte Sabine Karisch, Vorsitzende des Badbetreibervereins. „Alles, was über die Finanzierung der Badaufsicht für den heutigen Tag hinausgeht, kommt dem Projekt zugute.“

Der eine oder andere Euro dürfte übrig geblieben sein durch den Verkauf von Getränken, Kaffee, Kuchen und Grillgut. Natürlich gab’s auch Spezialitäten von dem Kontinent, um den sich alles drehte: Hähnchen-Curry mit Couscous, Sesam-Kartoffeln und Teigtaschen rundeten das kulinarische Angebot ab. Zur Abkühlung eine frische Ingwer-Limonade – oder eine Runde Aqua-Zumba mit Claudia Hensler, die ihre Probe-Einheit mit Drumsticks gestaltete, so dass auch noch im Wasser getrommelt wurde.

Die Teilnehmer und Zuschauer warfen bei dieser Gelegenheit schon einen Blick auf die große, von Nachrodt-Wiblingwerder Kindern gestaltete Arche Noah, die das Gartenhallenbad zierte. Sie war Dreh- und Angelpunkt des ökumenischen Gottesdienstes, zu dem die Gastgeber zum Abschluss der Feier einluden. Eine Familie hatte an der Idee so viel Freude gefunden, dass sie im Vorfeld ihr Kind zur anschließenden Taufe angemeldet hatte. Sein Ziel, für Afrika zu begeistern, hatte das Veranstalter-Team am Ende des Tages voll und ganz erreicht.

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