Musik aus Südamerika erklingt in der Wiblingwerder Dorfkirche

+
Freya Deiting (l.) und Sandra Wilhelms vom Dortmunder Duo Aciano spielten am späten Sonntagnachmittag in der Wiblingwerder Dorfkirche Musik aus Südamerika.

Nachrodt-Wiblingwerde - Sanft entführt nach Südamerika – so ließe sich zusammenfassen, was dem Publikum in der gutgefüllten Wiblingwerder Kirche am Sonntag widerfuhr. Im Rahmen der Sommerkonzerte war das Duo Aciano mit Freya Deiting (Violine) und Sandra Wilhelms (Gitarre) zu Gast.

„Luz y sombra“ – „Licht und Schatten“ war das Programm überschrieben, dessen Kompositionen fast durchweg von südamerikanischen Tonsetzern stammten. Mit dabei war natürlich Astor Piazzolla, der trotz des eher der Keuschheit verpflichteten Aufführungsortes thematisch ein wenig über die Stränge schlagen durfte: Das Duo Aciano spielte „Bordel 1900“ aus Piazzollas Zyklus „Geschichte des Tango“ und seinen wunderschönen Klassiker „Oblivion“.

Freya Deitings Violine ließ Piazzollas Bandoneon vorübergehend vergessen – als Melodieinstrument ist die Geige eine würdige Vertretung. In Gestalt von Heitor Villa-Lobos kam ein weiterer der ganz großen südamerikanischen Komponisten ins Spiel. Der Brasilianer mit großen Sympathien für die Musik von Johann Sebastian Bach steuerte die eigentlich gesungene „Aria“ aus seiner „Bachiana Brasileira Nr. 5“ bei, und die Violine sang dazu. Träger bekannter Namen waren auch Carlos Gardel, dessen „Soledad“ durch die Kirche klang, und Kurt Weill mit seinem „Youkali“.

Wohlbekannt war dem Publikum auch die Melodie eines wundervollen Schmachtfetzens: José Cano komponierte „Hijo de la Luna“ – die entsetzlich schön klingende Geschichte der Frau im Mond. „Wunderbar!“ lautete ein Kurzkommentar aus dem Publikum, als dieses Werk verklungen war.

Mit Bedacht hatten die beiden Musikerinnen auch weniger bekannte Werke ausgewählt. Diese Kompositionen ließen durchweg aufhorchen und gehörten in die Abteilung „Schön, dass wir das kennengelernt haben.“ Gern gesehener Gast in Deutschland und hier vor allem in Iserlohn ist der bolivianische Gitarrist Jaime Mirtenbaum Zenamon.

Kompositionen in der Tradition von Piazzollas Tangorevolution kamen von dem Argentinier Máximo Diego Pujol, dessen Candombe „Nubes de Buenos Aires“ „afrikanische und europäische Tanzmusikstile“ mit modernen Kompositionstechniken verband. „Wir beide finden, dass man an einigen Stellen auch ein bisschen Heavy Metal hört“, erklärte Freya Deiting den durchaus berechtigten Eindruck des Duos, das zum Abschluss spieltechnisch noch einmal alles gab. Als Zugabe erklang schließlich der vergnügte Klassiker „Tico Tico“.

Pfarrerin Dr. Tabea Esch bedankte sich bei den beiden Musikerinnen im Namen des Publikums, das sich dankbar zeigte für diese sehr schöne Form einer Entführung. „Ich denke, ihr kommt nochmal wieder“, sprach die Pfarrerin sicherlich vielen Besuchern aus der Seele.

Das zweite Konzert im Rahmen des Wiblingwerder Musiksommers folgt am 23. August ab 17 Uhr. Zu Gast ist dann das „Duo Imaginaire“ aus John Corbett (Klarinette) und Simone Seiler (Harfe) mit einer musikalischen Reise durch Europa.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare