Von 23 Hauptschülern geht keiner ohne Abschlusszeugnis

Aus der Hand ihres Klassenlehrers Georg Bernhardt (r.) erhielten 23 Hauptschüler am Freitagnachmittag ihre Abschlusszeugnisse und ein Fotobuch mit Bildern aus ihrer Zeit an der Albert-Schweitzer-Hauptschule. Foto: Griese

Nachrodt-Wiblingwerde - 23 Mädchen und Jungen haben am Freitag die Albert-Schweitzer-Hauptschule verlassen, und alle hatten mindestens den Hauptschulabschluss in der Tasche. „Das ist erfreulich, denn es war an dieser Schule nicht immer so“, freute sich darüber nicht nur der stellvertretende Bürgermeister Michael Schlieck (CDU).

„Jeder Schulabschluss ist immer ein Grund zu Freude und Stolz“, sagte Schulleiter Rüdiger Grote. Für 14 Schüler war es das Abschlusszeugnis der Hauptschule, das sie am Freitag in den Händen hielten. Neun erreichten sogar die Fachoberschulreife, davon wiederum vier mit dem Qualifikationsvermerk für die gymnasiale Oberstufe. Der weitere Weg der Hauptschüler sieht nun ganz unterschiedlich aus. 21 Schüler haben bereits eine Ausbildungsstelle gefunden, nur zwei sind noch auf der Suche. „Die werden dann aber eventuell das Berufskolleg besuchen“, wusste Klassenlehrer Georg Bernhardt, dass keiner seiner Schützlinge nach der Schulzeit auf der Straße landen wird. Sie alle ermunterte Schulleiter Grote, als er sagte: „Wir hoffen, Euch in Fundament geschaffen zu haben, auf dem Ihr getrost aufbauen und von dem Ihr Euch in alle Richtungen orientieren könnt. Nutzt diese Chance zur Verwirklichung Eurer Vorstellungen und Wünsche.“ Ziele seien aber nur durch Einsatzbereitschaft und Ehrgeiz zu erreichen. „Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will“, erinnerte Grote die Schüler mit Worten des Schriftstellers Frank Lloyd Wright an die Spielregeln des Lebens.

Zuversicht gab auch der stellvertretende Bürgermeister Michael Schlieck den jungen Menschen mit auf den Weg. „Diese Generation muss keine Angst um die Zukunft haben. Sie hat gute Berufschancen in unserer Region, und wer sich etwas zusammenreißt, wird auch etwas finden“, sagte er.

Auch die Schüler selbst leisteten ihren Beitrag zur Gestaltung der Abschlussfeier und nutzten die Gelegenheit, einmal ihre Lehrer auf die Probe zu stellen. Die mussten in verschiedenen Spielen gegeneinander antreten und singen, auf eine Torwand schießen und Zungenbrecher aufsagen. Gute Leistungen wurden mit Punkten belohnt, am Ende gab es für die Besten Medaillen. Die Goldmedaille ging an Dieter Arlt.

Ernstere Töne schlug Schülersprecher Tolga Avci an. Aus einem bunt gemischten Haufen, den Fünftklässlern des Jahres 2009, sei in sechs Jahren eine gute Gemeinschaft geworden, fand er und erkannte, dass dazu auch die Lehrer ihren Teil beigetragen hatten. „Wir danken unseren Lehrern für ihre Ausdauer und ihre Geduld“, sagte der Schülersprecher.

Schulleiter Rüdiger Grote nutzte die Abschlussfeier, um einen langjährigen Kollegen zu verabschieden. Wolfgang Albrecht, Lehrer für Deutsch, Englisch, Biologie, Erdkunde und Geschichte, geht mit Ablauf dieses Schuljahres nach 39 Jahre in den Ruhestand. „Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Du aufgrund Deines Wesens stets einer beliebtesten Lehrer dieser Schule warst und noch bist. Dein hervorragendes Fachwissen und Deine Allgemeinbildung haben sicherlich entscheidend zu manch erfolgreicher Karriere ehemaliger Schüler beigetragen“, sprach Grote seinen ehemaligen Studiekollegen und langjährigen Weggefährten an der Albert-Schweitzer-Hauptschule direkt an.

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