UWG-Mitglieder verabschieden Johannes Illerhaus nach 28 Jahren

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Ich bin ganz ehrlich, die politische Arbeit war gewiss nicht immer vergnügungssteuerpflichtig“, sagte Johannes Illerhaus, der von seiner UWG herzlich verabschiedet wurde.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Mach´s nicht zu dick“, warnte Johannes Illerhaus die UWG-Vorsitzende Sonja Hammerschmidt. Viel Trubel um seine Person war noch nie sein Ding. Der UWG-Fraktionsvorsitzende war eher der sachliche Typ, dem es immer um eines ging: Politik. Doch nach 32 Jahren ist damit nun Schluss. Am Dienstagabend wurde er im Rahmen der Fraktionssitzung von den Mitgliedern der UWG verabschiedet.

„Ein halbes Leben für die UWG Nachrodt-Wiblingwerde mit Höhen und Tiefen liegt hinter dir“, sagte Hammerschmidt. Johannes „Hannes“ Illerhaus sei immer ein Mann mit Prinzipien und festen Überzeugungen gewesen. Sowohl in seinem Beruf als Lehrer und Schulleiter als auch in der Politik kämpfte er stets mit Leib und Seele für die gute Sache. 1983 begann die politische Karriere. 1984 kandidierte er erstmals im Wahlkreis Brenscheid für die UWG – später in zahlreichen weiteren.

Seit 1989 war er ohne Pause Mitglied des Gemeinderats. Auch die Vorstandsarbeit war von Beginn an Teil seines politischen Lebens. So wurde er direkt 1984 zum zweiten Vorsitzenden gewählt und übernahm zehn Jahre später den Posten des Vorsitzenden von Ekkehard Steinberg.

Und vor zwölf Jahren zudem den Fraktionsvorsitz. Bis 2009 war er als Partei- und Fraktionsvorsitzender aktiv. Keine glückliche Lösung wie er fand und so übergab er den Parteivorsitz an Sonja Hammerschmidt, um sich voll und ganz auf das politische Geschehen in der Gemeinde konzentrieren zu können. „Ich denke, dass dein Name auch noch lange mit diesem Posten in Verbindung gebracht wird. Anerkennend muss man sagen, du bist UWG und du stehst für die UWG“, sagte Hammerschmidt.

Nun liege es an den Mitgliedern, diese große Lücke zu füllen. Einer seiner Schwerpunkte in der politischen Arbeit war die Schulpolitik. Lange Zeit hatte er den Vorsitz im Schulausschuss inne. Im Rahmen dieser Arbeit kämpfte er unter anderem für den Erhalt der Hauptschule und der Grundschule Wiblingwerde. Auch die Brücke in Nachrodt stand immer wieder im Mittelpunkt seines Wirkens. Zuletzt sei es der Wunsch der Bürger gewesen, dass keine weiteren Windkraftanlagen in Verserde entstehen, um den er kämpfte.

„In all den Jahren – ja Jahrzehnten – hast du dich in den unterschiedlichsten Gremien unabhängig von parteipolitischen und ideologischen Anschauungen für die Interessen der Bürger unserer Gemeine eingesetzt“, lobte die Vorsitzende. Illerhaus selbst schien der Abschied nicht allzu schwer zu fallen.

Er freue sich auf sein neues Leben ohne Rats- und Fraktionstermine. „Ich bin ganz ehrlich, die politische Arbeit war gewiss nicht immer vergnügungssteuerpflichtig“, sagte Illerhaus. Der Umgang miteinander – sowohl innerhalb der UWG als auch unter den Fraktionen – sei nicht immer fair gewesen. So habe es auch persönliche Angriffe gegeben.

Außerdem seien die Wahlergebnisse erschreckend. In seinem letzten Wahlkreis, der Grundschule Nachrodt, hätten gerade einmal 50 Bürger ihre Stimme bei der Kommunalwahl abgegeben. „Das ist beschämend“, so Illerhaus. Aber es habe auch die guten Seiten des politischen Lebens gegeben.

Legendär seien die Sofagespräche bei Peter Joergens gewesen. Stundenlang habe man sich dort in gemütlicher Runde über Politik ausgetauscht. „Außerdem war es mir wichtig, immer an die ersten Informationen zu kommen und das Leben in der Gemeinde mit zu gestalten.

Für die Zukunft wünsche ich der UWG eine glückliche Hand und einen klaren Verstand damit die Entschuldung der Gemeinde vorangetrieben wird und die Belastung der Bürger gesenkt werden kann“, betonte Illerhaus abschließend.

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