63-jähriger Opel lässt Sammlerherz höher schlagen

Andreas Mührmann (l.) und Ralf Gottwald (r.) vor dem Opel Olympia aus dem Jahr 1952 (r.), den sie vielleicht noch restaurieren wollen. Zum Vergleich steht links ein ebenso alter Olympia in etwas anderer Karosserievariante. Fotos: Bröer

Nachrodt-Wiblingwerde - „Irgendwann muss ja auch einmal Schluss sein“, sagt Ralf Gottwald aus Wiblingwerde. „Ich habe jetzt schon so viele Oldtimer restauriert, jetzt ist es gut“. Ein automobiler Veteran hat es ihm aber jetzt doch wieder angetan.

Von Hartwig Bröer

Gottwald weiß, wovon er spricht. Betagte Fahrzeuge, an denen der Zahn der Zeit mitunter ganz schön heftig genagt hat, wieder flott zu machen, ist sein Hobby. Sein Motto lautet dabei: Je älter und kaputter, desto besser. Sechs solcher Autos, liebevoll wieder hergerichtet, befinden sich aktuell in einem Besitz. Für ein achtes Exemplar fand sich ein gerade noch ausreichender Platz, um es raumsparend unterzubringen. Es handelt sich um einen Opel Olympia aus dem Baujahr 1952. Ein Kastenfahrzeug, welches allerdings im Ladebereich über keinen durchgängigen Aufbau verfügt, sondern komplett verschlossen ist. Das Exemplar, welches Gottwald besitzt, verfügt dagegen über mehrere Fenster und ist allein deshalb schon ein besonders seltenes Fahrzeug. „Ich habe mal im Internet recherchiert, auch in Fachzeitschriften“, sagt Gottwald, dass ihn diese Karosserievariante neugierig gemacht habe. Aber dieses „offene“ Modell des Olympia habe er deutschlandweit nicht finden können. Und deshalb juckt es ihn nun doch noch einmal in den Fingern.

Ganz sicher ist der Oldtimer-Fan aus Wiblingwerde aber noch nicht. Denn zeitgleich mit dem Olympia 52 hat er sich einen Opel Olympia der gleichen Baureihe beschafft – allerdings als Limousine. Dieses Schmuckstück, dass nur bei schönem Wetter bewegt wird, ist schon lange wieder „in Schuss“. Fast drei Jahre hat Gottwald dafür benötigt, die Limousine wieder fahrbereit zu machen und ihr den ursprünglichen Glanz zu verleihen. „Und die befand sich in einem besseren Zustand als der Kastenwagen“, erinnert sich der Wiblingwerder.

Andererseits spielt Zustand eines Oldtimers für Ralf Gottwald nur eine untergeordnete Rolle. Denn je schlimmer der Zustand des Fahrzeuges, desto größer ist für ihn die Herausforderung. So hat er auch seinen weiteren fünf Oldies wieder neues Leben eingehaucht. Winterfest verpackt stehen in seinen Garagen noch ein VW-Käfer Cabrio aus dem Jahr 1972, ein VW-Kübelwagen der Modellreihe 181, wie er zwischen 1968 und 1980 hergestellt wurde, einen VW-Käfer mit ovaler Heckscheibe aus dem Jahr 1956, ein Goggomobil Coupé mit Panorama-Heckscheibe aus dem Jahr 1957 und über ein DKW-Motorrad aus dem Jahr 1956. Sie alle vereint, dass man bei jedem Exemplar mehr von „einem Haufen Schrott“ denn von einem Auto reden konnte, als sie bei Ralf Gottwald ankamen. Heute glänzen alle Oldtimer wieder in den originalen Lackfarben und sind sämtlich fahrbereit.

„Allein die Pflege meiner sechs Oldies nimmt unglaublich viel Zeit in Anspruch“, sagt der „Schrauber“. Denn bewegt werden müssen die Fahrzeuge ja auch. Unterstützung erhält Gottwald im Ernstfall von Andreas Mührmann. Auch er ist ein „Hobby-Schrauber“. Die beiden Männer unterstützen sich gegenseitig. Ob sie sich den 63 Jahre alten Olympia-Kastenwagen von Opel allerdings noch einmal vornehmen werden, steht derzeit noch in den Sternen. Aber reizen würde es die beiden Oldtimer-Fans irgendwie schon...

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