Ein ganzes Sammelsurium an Verfehlungen

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein ganzes Sammelsurium an Verfehlungen, die sich ein heute 22-Jähriger aus Nachrodt-Wiblingwerde hat zuschulden kommen lassen, hat jetzt das Amtsgericht beschäftigt. Immerhin war der junge Mann weitgehend geständig.

Weit kam er nicht: Die Fahrt eines 20-jährigen Nachrodters mit einem BMW endete in den späten Abendstunden des 12. Juli 2014 in der Leitplanke der Hagener Straße – unmittelbar an der Lennebrücke. Dabei entstand ein Schaden von 1200 Euro an der Fahrbahnbegrenzung. Der Fahrer machte sich aus dem Staub, ohne die Polizei über den Unfall zu informieren. Die hatte zwar erst mit viertägiger Verspätung von dem Unfall erfahren, ermittelte den Fahrer dennoch – und stellte fest, dass er gar keine Fahrerlaubnis hatte. Die Folge war eine Anzeige.

Die landete auf dem Stapel mit weiteren Vorwürfen: Am 11. Mai sollte der junge Mann gemeinsam mit einem Mittäter das Kennzeichen von einem anderen Fahrzeug abgeschraubt und an sein nicht angemeldetes Fahrzeug montiert haben, um einen Versicherungsschutz vorzutäuschen. Mit diesem Auto war er der Polizei auf der Eichendorffstraße aufgefallen. Auch an diesem Tag hatte der 20-Jährige keine Fahrerlaubnis. Dennoch hatte er ein Auto gekauft, wie der mittlerweile 22-jährige Angeklagte im Amtsgericht Altena berichtete. Inzwischen habe er es wieder verkauft, damit er keine Straftaten mehr begehen könne, erklärte der Angeklagte auf die Nachfrage, was er denn damit gewollt habe.

Überhaupt war er umfassend geständig – nur beim Abmontieren des fremden Autokennzeichens sei er nicht dabei gewesen. Das habe sein „Kollege“ gemacht. Die Fahrt in die Leitplanke sei dem Wetter zuzuschreiben gewesen: „Wegen des Regens bin ich ausgerutscht.“

Es war kein gutes Zeichen, dass die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe den jungen Nachrodter wegen verschiedener kleinerer Delikte seit 2008 kannte. Sie konnte allerdings auch von seinen ernsthaften Bemühungen berichten, die Jugendsünden endgültig hinter sich zu lassen. Ein Praktikum eröffnet ihm derzeit die Chance auf einen Ausbildungsplatz.

Keine Frage war es allerdings, dass dem Angeklagten das Jugendstrafrecht eher gerecht wurde als das für die Erwachsenen. So gab es für zweifaches Fahren ohne Fahrerlaubnis, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und Urkundenfälschung (eines Autokennzeichens) schließlich eine Geldstrafe von 500 Euro. Dazu kam eine Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis von einem Jahr. Für den Führerschein müsste der 22-Jährige allerdings zunächst Geld verdienen. „Von mir werden Sie nichts mehr hören“, versicherte er in seinem „letzten Wort“.

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