Auf Zeitreise in der Luisenhütte: Unterricht, der Spaß macht

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Zu Beginn der Sommerferienaktion kleideten sich die Kinder zunächst zeitgemäß und gaben sich neue – alte – Namen. Dann wurden sie in verschiedene Berufsgruppen eingeteilt.

Balve - „Gott zum Gruße“: Gehilfe Johannes wird bei Schmiedemeister Wilhelm vorstellig. Das geschmiedete Eisen will nicht recht die Form eines Messers annehmen. „Es sieht aus, als wenn ein Huhn darüber gelaufen wäre“, grummelt Wilhelm bei diesem Anblick. Mit wenigen Hammerschlägen richtet der erfahrene Handwerker das Stück.

Für Olaf Fabian-Knöpges ist es eine Ehrensache, auch bei dieser Sommerferienaktion an der Luisenhütte teilzunehmen. Wieder übernimmt er die Rolle des Handwerkermeisters Wilhelm.

Er kennt die Luisenhütte von den Schmiede-Workshops, die er leitet. In den Ferien ist er einer der 15 Helfer, die die Kinder auf ihrer Zeitreise betreuen. Diesmal sind alle im Jahr 1815. Die Umwälzungen nach der Französischen Revolution 1789 kommen auch in Wocklum an.

Dort arbeiten Schmiede, Koker, Weber und Spinner und Zinngießer Seite an Seite. Im Stollen sind derweil die Erzsucher tätig. Über allem wacht Rentmeister Ellerich. Der Hüter des Geldes verlangt dafür Leistung. 200 Geldstücke müssen am Tag gegossen werden, um den Zahlungsverkehr anzukurbeln.

Die Köhler versuchen sich an der Herstellung von Holzkohle. Die Schmiede stellen Messer her, die in Griffe aus Hirschgeweih befestigt werden. Mädchen sind damit beschäftigt, Taschen aus Schafsleder entstehen zu lassen. Und in der Küche wird das Essen zubereitet.

52 Kinder von neun bis 14 Jahren sind es, die versorgt werden müssen. „Unsere Werbekampagne war erfolgreich“, zog Museumpädagogin Bernadette Lange ein erfolgreiches Fazit. Einige Mitglieder der Ferienaktion hatten in den dritten und vierten Klassen der Grundschulen sowie den fünften Klassen der Hauptschule eine Spielszene vorgeführt. „In der Realschule fanden zu der Zeit leider die Bundesjugendspiele statt“, bedauerte Lange.

Zu Beginn der Ferienspiele wurden unter den Teilnehmern zunächst die Gewerke und Kleidung verteilt. Auch die Namen wurde an die Zeit des 19. Jahrhunderts angepasst. Dabei erhielten die Mädchen und Jungen nebenbei noch Geschichtsunterricht, denn die „Meister“ redeten mit ihnen über das, was passiert war: Erst kamen die Franzosen, dann die Hessen. Jetzt herrschten die Preußen. Und unter dem neuen Herrn Ignaz von Landsberg liefen die Geschäfte an der Eisenhütte gut.

Die Kinder hörten von den neuen Freiheiten und fragten sich, wann diese auch für sie gelten würden. Geschickt wurden sie dabei von einem Freiheitskämpfer aus Frankreich beeinflusst, der sich unter sie mischte und unerkannt blieb. So nahm die Handlung nach und nach Fahrt auf.

Noch bis Freitag wird die Sommerferienaktion andauern. Mit nach Hause nehmen die Mädchen und Jungen dann Kenntnisse über Handwerkstechniken und das soziale Verhalten der damaligen Zeit.

Auch dieses Mal hat das Betreuerteam engagierte Kinder vor sich gehabt, die begeistert in Rollen der Menschen des 19. Jahrhunderts schlüpften. Viele waren schon zum zweiten oder dritten Mal auf Zeitreise und wollten gerne auch nächstes Jahr wieder kommen, erzählten sie.

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