Wocklumer Welt der Träume

Das Wasser im Schlossgraben verstärkt die romantisch-märchenhafte Anmutung des alterehrwürdigen Gebäudes, wenn es bunt angestrahlt wird.

Balve - Ein außergewöhnliches Erlebnis für alle Sinne sollte es für die Besucher werden, so sagte Jakob Graf von Landsberg-Velen am Freitagabend bei der Eröffnung der ersten Wocklumer Schlosslichter. Und im Beisein des Bürgermeisters Hubertus Mühling kündigte er an, dass die Veranstaltung in den kommenden Jahren noch zahlreiche weitere Auflagen erleben solle.

Rund um das Barockschloss und den malerischen Schlosspark mit altem Baumbestand war in der Tat in Folge von Illuminationen eine Welt der Träume entstanden. Dafür dankte das Stadtoberhaupt dem Schlossherrn. Erneut habe dieser die Balver Kultur- und Veranstaltunglandschaft mit einem weiteren Höhepunkt bereichert.

Graf von Landsberg-Velen ließ durchblicken, dass dieses Veranstaltungelement erst der Anfang einer kulturellen Reihe sei. Weitere Ideen lägen bereits in den Schubladen des altehrwürdigen Schlosses parat.

Bei stimmungsvoller klassischer Musik erwachten Schloss sowie dessen imaginäre Bewohner dann zu höfischem Leben. Hinter beleuchteten Fenstern geschehen noch bis zum 30. Januar geheimnisvolle Dinge, die den Parkbesuchern nicht verborgen bleiben.

Die Mannschaft um den Hagener Illuminator Marco Nowak hatte in mühsamer Kleinarbeit in den Tagen zuvor Hunderte an Schweinwerfern und Spots mit stromsparenden LED-Leuchten aufgebaut; mehr als 3000 Meter Kabel mussten verlegt werden – dazu diverse Lichterketten und Lämpchen. Tonelemente wurden installiert – in der Gesamtheit rund 3000 Watt. In jedem Winkel des Schlossparks bot sich ein neuer Blick auf beeindruckende Farbspiele und überraschende Lichtprojektionen. Dazu kamen die facettenreich ausgeleuchtete Gräfte mit den kunstvoll beleuchteten Schlossmauern. Zehn Lichtkunstobjekte begeisterten die Sinne, vom Glühwürmchenwal über ein Spiegelkugelmeer bis hin zu Projektionsmotiven im Schlosshof: mit Lichtern bestückte Koffer, angestrahlte Stahlstatuen der Hohenlimburger Künstlerin Ute Voss und die kaltweiße Bäumchenallee, wo ein jedes der Bäumchen mit 600 Acryl-LEDs bestückt war.

Bilder von den Schlosslichtern in Wocklum

Dazu wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Mit Laterne und Hellebarde ausgestattet, begab sich etwa der Nachtwächter immer wieder auf einen abendlichen Rundgang. Die Besucher begleiteten ihn und erfuhren dabei Wissenswertes sowie Anekdoten aus der Zeit des ersten Schlossherrn Daniel Dietrich Freiherr von Landsberg zu Erwitte, der auch selbst zu Wort kam.

Märchenhaft ging es in der wunderschönen Schlosskapelle zu, die sonst den Besuchern nicht zugänglich ist. Magdalena Janotte aus Iserlohn, Märchenerzählerin aus Leidenschaft und Mitglied der Europäischen Märchengesellschaft, lud auf eine Märchenreise rund um den Globus ein. Es gab Märchen und andere Geschichten voller Zauber, Weisheit und Witz für Jung und Alt zu hören.

Zum Auftakt am Freitag und Samstag sowie erneut am 22. sowie 24. Januar trat beziehungsweise tritt der Kinder- und Jugendzirkus Ratz Fatz aus Bochum mit einer atemberaubenden Licht- und Feuershow auf. Die professionelle Darbietung der Schüler bot ein Feuerwerk des Augenblicks – mystisch, artistisch, einfach atemberaubend.

Die kleinen Besucher waren zudem eingeladen, in der Kapelle zu verweilen, um sich dort in die Welt der Schlösser entführen zu lassen. So wurde aus dem einen oder anderen Mädchen für einen Moment lang eine richtige Prinzessin. Auch für die Eltern war ein Ohrenschmaus gewährleistet: Mario Adorf rezitierte altbekannte und auch unbekannte Balladen: Kino für die Ohren.

Außerdem präsentierten und verkauften Kunsthandwerker sowie Hobbykünstler ihre Arbeiten und Exponate; auch ein Büchertisch war unterhalb der Kapelle aufgebaut. Dazu lud ein facettenreiches kulinarisches Angebot zum Schlemmen sowie der Fotowettbewerb des Süderländer Volksfreunds zum Mitmachen ein.

Am kommenden Samstag bereichern der Festspielverein Balver Höhle mit einem Musical-Medley sowie der Balver Kinderchor vom Choratelier das Schlosslichter-Programm. Die neun- bis dreizehnjährigen Mädchen werden ab 18 sowie 19.30 Uhr Liedtexte von Gummibärchen, lila Delfinen und Obstsalat darbieten. Der Auftritt des Festspielvereines ist ab 19 beziehungsweise 20 Uhr geplant.

Zum Abschluss der Schlosslichter-Premiere ist schließlich für Samstag, 30. Januar, ein großes Feuerwerk angekündigt. - toe

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