Rat will Fördergeld für Neubau gegenüber der Grundschule

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Die Grundschule in Beckum wird sich nicht verändern. Statt des zunächst geplanten Anbaus an das Gebäude, favorisiert der Rat jetzt einen Neubau auf dem Grundstück gegenüber.

Beckum -  Einstimmig hat sich der Rat am Dienstag für den Erwerb des Grundstückes gegenüber der Nikolaus-Schule in Beckum und den Neubau eines Gebäudes ausgesprochen.

Darin sollen ein Integrationszentrum und der Kindergarten angesiedelt werden. Dieser Ratsbeschluss hat aber nur Gültigkeit, wenn die Stadt Balve in den Genuss des Landes-Sonderförderprogramms „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ kommt.

Denn nur dann, so erläuterte Bürgermeister Hubertus Mühling, könne mit einer 70-prozentigen Förderung des Projektes gerechnet werden, für das insgesamt 1,5 Millionen Euro veranschlagt seien. „450 000 Euro, also 30 Prozent dieser Summe, können und müssen wir selbst über den Haushalt darstellen“, sagte der Bürgermeister. Eine Co-Finanzierung sei nicht möglich.

Im Rahmen der gestrigen Sondersitzung des Rates haben die Kommunalpolitiker die Voraussetzungen geschaffen, um an dem Förderwettbewerb des Landes teilnehmen zu können. Der zeitliche Rahmen sei sehr eng gestrickt, verdeutlichte Mühling, dass der Förderantrag bereits am Freitag bei der Bezirksregierung eingereicht werden müsse. Ob Balve dann aus dem insgesamt 72-Millionen-Euro-Topf bedient wird, sei aber nicht sicher. Denn eine Jury entscheide, wer Geld bekomme. „Die besten Ideen gewinnen“, sagte der Verwaltungschef, der Anfang April mit einem Bescheid rechnet.

Ursprünglich sei ein Anbau an die Grundschule Beckum erwogen worden. Erst in der vergangenen Woche habe sich das Blatt gewendet, berichtete Mühling. Der Grund: Die Stadt wäre auf ein Nachbargrundstück angewiesen gewesen, um diesen Plan umsetzen zu können. Er habe gute Gespräche mit dem Grundstücksbesitzer geführt – und dieser sei bereit gewesen, der Stadt einen Anbau von sieben Meter Tiefe und 20 Metern Länge zu ermöglichen. „Das hätte uns in der Gesamt-Thematik aber nicht geholfen“, sagte Mühling – unter anderem mit dem Hinweis auf benötigte Parkplätze und die Verkehrssituation, beziehungsweise Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Türe fahren. „Wir brauchten mehr Fläche, alleine durch den Kindergartenbetrieb.“

Das 3000 Quadratmeter große Grundstück vis-à-vis zur Schule sei schon einmal im Gespräch gewesen. „Es gab noch Planungen. Das war unser Vorteil“, so Mühling. Im Souterrain solle ein zentraler Integrationsraum entstehen und eine Küche, um die Verpflegung der Kinder sicherstellen zu können. In der Etage darüber sei der Kindergarten momenten mit zwei Ü-3-Gruppen geplant. Auch eine U-3-Gruppe solle in jedem Fall angedockt werden, diese sei aber im Förderantrag nicht enthalten. „Sie muss kostenmäßig herausgerechnet werden, da es sonst zu Konkurrenz der Fördergesetzgebung kommt“, erklärte der Bürgermeister.

Alle Vereine und Institutionen des Dorfes seien informiert, alle stünden hinter dem Projekt. So könne der Integrationsraum beispielsweise von der Bläserklasse des Musikvereins genutzt werden. Auch Brandschutzerziehung der Feuerwehr und Arbeitsgemeinschaften der Schule könnten dort stattfinden. Das Bündnis für Flüchtlinge könne dort Deutsch unterrichten, nannte der Bürgermeister weitere Beispiele.

Deutlich erklärte er abschließend: „Wenn wir nicht in den Genuss des Förderprogramms kommen, ist alles auf Null gestellt. Dann fangen wir mit den Planungen ganz neu an.“

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