Wiener Konzertnacht in der Balver Höhle

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Die Sopranistin Sieglinde Zehetbauer und der Tenor Anton Klotzner.

Balve - Italienische Nacht, Spanische Nacht und nun also die Wiener Konzertnacht: Unter der Leitung von Markus Elsner nahmen die Frankfurter Sinfoniker diesmal den musikalischen Weg über die österreichische Hauptstadt, bevor sie die erneut ausverkaufte Balver Höhle erreichten.

Auf dem Programm standen Opern- und Operettenarien, Walzer von Johann Strauß, Lieder von Brahms und Schubert und noch einiges mehr. An den Anfang gehörte natürlich eine Ouvertüre: Mozarts Eingangsmusik zu den „Nozze die Figaro“ trug passend zum Motto des Abends die „Nächte“ schon im Titel.

 Anschließend gab Johann Strauß’ „Frühlingsstimmenwalzer“ der Sopranistin Sieglinde Zehetbauer eine erste Gelegenheit, die Virtuosität ihrer Stimme auch in den höheren Lagen zu demonstrieren. Später sollte sie noch bravourös die anspruchsvollen Koloraturen der Arie der Konstanze aus Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ bestehen. Deren Titel „Martern aller Arten“ lässt freilich auch über den Umgang von Komponisten mit der weiblichen Stimme nachdenken.

Tenor Anton Klotzner legte kraftvoll und ausdrucksstark nach mit der Arie „Ach wie so herrlich sind zu schau’n“, dem Lagunenwalzer aus Johann Strauß’ Operette „Eine Nacht in Venedig“. Wie einst Verdis Herzog von Mantua beklagte auch er die häufigen Sinneswandel des schönen Geschlechts: „La donna è mobile“. Beide Solisten trafen sich natürlich auch zum Duett: „Wer uns getraut“ aus Strauß „Zigeunerbaron“ und „Dieser Anstand, so manierlich“ aus dessen „Fledermaus“. Ein Mann macht einer Frau schöne Augen, von der er nicht weiß, dass sich hinter ihrer Maske seine eifersüchtige Gattin verbirgt.

Das sogenannte „Uhrenduett“ hat wahrlich komische Aspekte und gab den beiden Solisten Gelegenheit, singend und mit den entsprechenden Requisiten ein bisschen Oper zu spielen. Einen beeindruckenden und ausdrucksstarken Auftritt legte Anton Klotzner bei Franz Schuberts klassischer Vertonung von Goethes Gedicht „Der Erlkönig“ hin: Da grausete es wahrlich nicht nur dem Vater des bedauernswerten Knaben. Etwas weniger dramatisch kam Schuberts Lied „An die Musik“ daher.

Und Sieglinde Zehetbauer beruhigte die Gemüter nach dem Erlkönig mit Johannes Brahms’ Wiegenlied: „Guten Abend, gut Nacht…“. Zwei Musikerinnen des Orchesters waren in besonderer Weise gefragt bei einem Konzertsatz aus Mozarts „Konzert für Flöte und Harfe C-Dur“: Carol Brown (Querflöte) und Jenny Ruppig (Harfe) verdienten sich ihren gesonderten Auftritt beim Schlussapplaus redlich.

Garniert wurde das Ganze vom prächtigen Kaiserwalzer, von der Tritsch-Tratsch-Polka, von der Polka „Unter Donner und Blitz“ und vom Radetzky-Marsch, der unter reger Anteilnahme des Publikums ebendieses nach der Zugabe beschwingt nach Hause gehen ließ.

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