Weltkriegsgranate in Beckum gefunden

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Balve - Anwohner des Dompewegs in Beckum fanden am Donnerstagnachmittag die Reste einer amerikanischen Mörsergranate am Dompeweg. Feuerwehr, Polizei und der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe rückten zum Fundort aus.

Gegen 15.30 Uhr beobachteten Anwohner des Dompewegs in Beckum im angrenzenden Maisfeld eine starke, weiße Rauchentwicklung, teilte die Feuerwehr nach dem Einsatz mit. Bei näherem Hinsehen konnten die Anwohner einen metallischen Gegenstand, der einer Granate ähnelte, erkennen.

Da an der Fundstelle, die etwa 10 Meter von der Strasse entfernt liegt, auch schon Flammen zu erkennen waren, löschten die Anwohner diese zunächst mit einem Eimer Wasser ab.

Mit einer Schaufel beförderten sie dann den Gegenstand in einem mit Wasser gefüllten Eimer, wobei sich an der Fundstelle immer noch Rauch entwickelte. Da die Anwohner vermuteten, dass es sich bei dem Gegenstand um eine Granate handeln könnte, alarmierten sie gegen 15.45 Uhr Wehrleiter Frank Busche. Dieser informierte umgehend die Kreisleitstelle und die Polizei.

Nach Rücksprache mit der Kreisleitstelle fuhr der Wehrleiter zur Fundstelle, um den Bereich zunächst zu sichten und in Absprache mit der Polizei das weitere Vorgehen abzustimmen.

Vor Ort stellt er fest, dass es sich offenbar wirklich um die Reste einer Granate handelte. Der vermeintliche Gefahrenbereich wurde zunächst abgesperrt. Über die Kreisleitstelle wurde der Bereitschaftsdienst des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Westfalen Lippe aus Hagen informiert.

Nach Rücksprache und Übermittlung erster Fotos an die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes entschied die Feuerwehr, dass es zunächst ausreichen würde, die Fundstelle weiter abzusichern. Von einer Alarmierung weiterer Einsatzkräfte wurde auf Anraten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes abgesehen - nicht zuletzt um Neugierige von der Einsatzstelle fern zu halten. Eine Evakuierung der angrenzenden Häuser sei nicht notwendig gewesen, heißt es im Bericht der Feuerwehr.

Wehrleiter Busche informiert zwischenzeitlich auch Bürgermeister Hubertus Mühling und das Ordnungsamt, und sicherte bis zur Ankunft des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die Fundstelle ab.

Gegen 18.15 Uhr traf der Kampfmittelbeseitigungsdienst am Dompeweg ein und bestätigte, dass es sich bei dem Fund um die Reste einer amerikanischen Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg handele.

Die starke, weiße Rauchentwicklung sei auf den Phosphorinhalt der Granate zurückzuführen: Phosphor reagiert bei Trockenheit und Wärme. Offenbar waren die Reste der Granate bei der intensiven Bewirtschaftung des Feldes ans Tageslicht befördert worden und durch die extreme Hitze kam es dann zu dieser Reaktion.

"Man kann von Glück sagen, dass bei dem gestrigen Hantieren mit den Granatresten kein größerer Schaden oder gar Personenschaden entstanden ist", schreibt die Feuerwehr. Auch die austretenden Munitionsreste - hier die Phosphorverbindung - können gesundheitliche Schäden verursachen.

Weil für Laien nicht zu erkennen ist, um welche Kampfstoffe es sich handelt, müsse der Fundbereich immer sofort verlassen und die Rettungskräfte informiert werden, heißt es weiter.

Die Reste der Mörsergranate wurden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gesichert und abtransportiert, die Erde der Fundstelle wurde umgelagert. Das kontaminierte Wasser, in dem die Anwohner die Reste der Granate befördert hatten, entsorgte der Bereitschaftsdienst des städtischen Bauhofes fachgerecht. Gegen 19 Uhr wurde die Einsatzstelle wieder freigegeben.

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