Warnung vor Giftködern: Streich mit teuren Folgen

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Karsten Hauck geht regelmäßig mit seiner Ziege und seinen beiden Hunden am Galgenberg spazieren und hat den Warnhinweis sehr ernst genommen.

Balve - „Das ist schon eine Frechheit“, sagt der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Michael Bathe. Er bezieht sich auf den Hinweis im DIN-A-4-Format, der im Waldgebiet Galgenberg aushing.

Der Absender „balve.de“ und ein nebenstehendes Stadtwappen lassen auf die Stadt als Verfasser schließen – doch die hat mit der Warnung nichts zu tun. Diese ermahnt Hundehalter, auf ihre Tiere zu achten, da Köder zur Rattenbekämpfung ausgelegt worden seien.

Für Karsten Hauck erschien dieser Hinweis glaubwürdig. Der Anwohner geht regelmäßig mit seinen griechischen Mischlingshunden Samina und Lefty sowie Zwergziege Paula am Galgenberg spazieren. Er deutet auf die Stelle, wo das Blatt mit einer Heftzwecke unterhalb der Wanderwegsbeschreibung B3 angebracht war. „Allerdings fragte ich mich, wo hier oben eigentlich städtische Anlagen sein sollen,“ stellt der Balver fest. Denn von Besitztümern der Stadt ist in dem Schreiben die Rede: „Im Bereich des Galgenbergs ist durch die hohe Population an Ratten und Mäusen schwerer Schaden an städtischem Eigentum entstanden.“

Weiter heißt es dann: „Daher hat der Rat beschlossen, in diesem Bereich sichtbar und unsichtbar Giftköder auszubringen. Bitte halten sie ab sofort ihre Tiere kurz an der Leine, um Schaden abzuwenden. Vielen Dank für ihr Verständnis. Der Stadtrat.“

Beim Ordnungsamt fragten prompt in der vergangenen Woche gleich mehrere Balver an, ob die Stadt tatsächlich Köder zur Rattenbekämpfung ausgelegt habe. „Nein, das haben wir nicht“, erklärt Michael Bathe gegenüber unserer Zeitung. Das bisher ausgehängte Schreiben wurde am Montag von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes abgenommen. Es könnte sich um einen Streich handeln, der allerdings Folgen haben dürfte. „Weil das Stadtwappen widerrechtlich verwendet wurde, haben wir die Polizei eingeschaltet,“ erläutert Michael Bathe und erklärt weiter: „ Die Beamten ermitteln wegen einer Ordnungswidrigkeit.“

Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski betonte, dass sich das fällige Bußgeld für diese Tat im dreistelligen Bereich bewege. Sollte der Verfasser der Schreibens wegen Urheberrechtsverletzungen angezeigt werden, komme ein vierstelliger Eurobetrag zusammen.

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