„Wandervogel“ sammelt Spenden

Auf seiner Wanderung hat der 62-Jährige Kölner nicht nur freundliche Zweibeiner getroffen.

Garbeck -  „Zwei T-Shirts, zwei Hosen, ein Ausgehhemd, eine Ausgehhose“, zählt Werner Kramer ein paar Gegenstände auf, die er in seinem Rucksack hat. „Und dann ist irgendwann auch schon Schluss.“ Am Freitagabend kehrte der Kölner Künstler in Garbeck bei seinem Gastgeber Gerd Jörgens ein. Dort nächtigte der 62-Jährige, bevor er sich am Samstagmorgen wieder auf den Weg in Richtung seiner Heimatstadt Köln machte.

Im Zuge einer Spendenwanderung unter dem Stichwort „Wandervogel“ hatte sich Kramer am 24. Juni im Berliner Stadtteil Kreuzberg auf den Weg nach Westen gemacht, am Montag erreichte er dann die Domstadt.

Die Spenden sollen Kramer zufolge an den Bundesverband Kinderhospiz gehen, der todkranke Kinder und ihre Familien über das staatliche Maß hinaus unterstützt. Auf dem Weg hoffe er die Botschaft des Kinderhospizes zu den Menschen bringen zu können. Die gesamte Reise finanziere Kramer selbst, das Geld, das gespendet würde, käme ohne Abzüge dem Kinderhospiz zugute.

„Auch was mir geschenkt wird, vergüte ich in meiner Tasche. Jeden Kaffee, jeden Kuchen’’, erklärt der 62-Jährige. Er dränge sich dabei allerdings nicht auf, sondern warte immer die Ansprache der Menschen ab. Erst dann mache er sie auf sein Projekt aufmerksam und bitte sie um eine Spende. Im Gegenzug dazu würden die Spender ein Selfie mit ihm machen, das dann auch auf seiner Facebookseite zu finden ist. Die Aktion komme zu 95 Prozent positiv an, freut sich Kramer über die Resonanz.

Aber auch für sich selbst mache er die Wanderung. „Unterwegs hat man auch Abenteuer zu bestehen“, sagt der Künstler. So habe er bereits Wolfsspuren gesehen, und auch auf Handyempfang sei selten verlass. Die größte Herausforderung sei jedoch die Unterbringung. Auch deshalb habe er sich gefreut, als ihn Gerd Jörgens am Freitagabend in Sundern abgeholt und für eine Nacht aufgenommen hat.

Die Kunst des Mitglieds der Artclub Gallery profitiere ebenfalls von der Spendenwanderung. „Ich mache Fotos, die ich nachher künstlerisch umsetze“, berichtet der 62-Jährige. Linienverläufe und Lichtspiele in der Landschaft würden ihm besonders gefallen.

Viele der Bilder von den Menschen und Orten, die Werner Kramer auf seiner Reise gesehen und kennengelernt hat, sind auch auf seiner Facebook- und Internetseite zu finden. Für die Zukunft plant der Künstler noch weitere Wanderungen: „Ich bin jetzt 62 – bis 70 will ich das noch machen.“ Angedacht sei dabei eine Tour von Paris nach Köln, auch eine Reise von München aus reizt Kramer. Auch dann sollen die Spenden Kindern zugute kommen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare