Frischer Wind im Balver Wald

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Dem Wald in NRW geht es gut . Das geht aus dem neuen Waldzustandsbericht hervor. Alleine in Balve wurden nach Sturm „Kyrill“ 500 Hektar an jungen Kulturen angelegt. Unser Bild zeigt die Bewaldung um die Klusensteiner Mühle.

Balve - „Durchaus in Ordnung“ so lautet das Prädikat, dass Revierförster Richard Nikodem und Jörg Matzick, Leiter des Forstamtes des Märkischen Kreises, dem Balver Wald bei der Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft gegeben haben.

Damit liegt das heimische Gehölz im NRW-weiten Trend, der sich aus dem Waldzustandsbericht 2015 entnehmen lässt. Nach Sturm „Kyrill“, bei dem ein Drittel der Fläche verloren ging, sei der Balver Wald wieder im Aufbau. 500 Hektar an jungen Kulturen sei bisher angelegt worden, weitere 200 Hektar folgen noch. Es habe ein Umdenken eingesetzt, wie die Waldexperten berichteten: Vor dem Sturm waren 90 Prozent Fichte und zehn Prozent Laubholz im Bestand. Jetzt sind es 40 Prozent Nadelholz und 60 Prozent Laubholz.

„Der Klimawandel ist aber auch in Balve angekommen“, erläuerte Richard Nikodem. In den Höhenlagen mit wenig Mutterboden und wenig Wasser sei der Borkenkäfer aktiv. Um das Ausbreiten dieser Art zu verhindern, werden die Bäume nach dem Fällen sofort abtransportiert. An ihre Stelle werden geeignete Douglasien, Eichen oder Lärchen gesetzt.

Umweltminister Remmel: "Wälder sind Alleskörner"

Richard Nikodem (Revierförster), Jörg Matzick (Forstamt MK), Vorsitzender Hubert Priggel und Geschäftsführer Heinz Schulte.

Insgesamt hat sich der Zustand des Waldes in NRW im Vergleich zum Vorjahr verbessert, heißt es in dem Waldzustandsbericht. 28 Prozent der Bäume weisen keinerlei sogenannte Kronenverlichtungen auf und gelten daher als gesund – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte. „Unsere Wälder sind Alleskönner: Sie sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Sie dienen den Menschen zur Erholung und sind Produktionsstätten für den nachwachsenden Rohstoff Holz“, sagte Umweltminister Johannes Remmel. „Wir müssen dieses Naturerbe schützen. Es sind die sich abzeichnenden Wetterextreme und die daraus resultierenden Veränderungen als Folge des Klimawandels, die dem Wald zu schaffen machen.“

Bei ihrer Mitgliederversammlung beschloss die Forstbetriebsgemeinschaft einstimmig eine neue Satzung. Erforderlich war die Überarbeitung der seit 1974 bestehenden Version wegen „vieler Unregelmäßigkeiten“, wie der Vorsitzende Hubert Priggel betonte. Zudem stimmten die Mitglieder über eine neue Entgelt-Ordnung für die Auszeichnung von Waldbeständen und Holzverkauf ab. Auch der neue Betreuungsvertrag mit dem Landesbetrieb Wald und Holz wurde verabschiedet. Vergeben wird die Pflege des 70 Kilometer langen Waldwegenetzes. Instand gesetzt wird zudem ein Kilometer langer Teil des Alten Leveringhauser Weges. Der Forstbetriebsgemeinschaft Balve gehören 133 Mitglieder an, denen insgesamt 1800 Hektar Wald gehören.

Den ausführlichen Waldzustandsbericht 2015 gibt es hier.

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