Stutenkerl für den ugandischen Botschafter

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Der ugandische Botschafter Marcel R. Tibalka (Mitte) und die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayer (zweite von links) besuchten die Bäckerei von Charly Grote.

Langenholthausen - So früh im Jahr hat noch nie ein Stutenkerl die „Goldbäckerei“ Grote in Langenholthausen verlassen: Als sich beim Besuch des ugandischen Botschafters Marcel R. Tibalka am Freitag herausstellte, dass es keine geeignete Übersetzung für „Stutenkerl“ gibt, backte Charly Grote kurzerhand einen.

Aber in der Bäckerei durfte der Gast auch selbst aktiv werden: Er rollte Schoko-Brötchen aus und legte Gouda auf Teiglinge, aus denen Käsebrötchen werden. Ihm zur Seite stand dabei die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayer. Der weitere, insgesamt 13 Personen umfassende begleitende Tross setzte sich aus dem stellvertretenden Bürgermeister Alexander Schulte, Mitgliedern der Kolpingfamilie Garbeck und des Ugandakreises zusammen. Und dieser, der den Kontakt mit Father Cosmas Alule aufrecht erhält, war es schließlich auch, der den Besuch des Diplomaten ermöglichte.

2007 baute Charly Grote nach vorbereitenden Gesprächen mit Theo Steffens in Arua eine Bäckerei auf; vier Jahre später in Gulu. Die Rezepte wurden vorab in der Langenholthausener Backstube ausprobiert, und an den Geschmack des afrikanischen Landes angepasst. So konnte sich Sauerteig dort nicht durchsetzen – vielmehr muss es schön süß sein.

Grote stellte den Arbeitsablauf in seinem 1913 gegründeten Betrieb vor, in dem 160 Mitarbeiter beschäftigt sind, darunter 20 Bäcker. Dort werden überwiegend Maschinen eingesetzt, um die Anforderungen bewältigen zu können, denn wöchentlich werden 200 000 Brötchen gebacken. In Uganda dagegen wird alles in Handarbeit gefertigt, wie Grote und die Mitglieder des Ugandakreises aus eigener Erfahrung berichteten. 3000 Brötchen verlassen am Tag die Balver Backstuben, dazu Brote, die aus 800 Kilogramm Mehl hergestellt wurden. Und was für ein Aufwand dahinter steckt, das stellte der Bäckermeister aus Langenholthausen mit routinierten Handgriffen dar.

Zum weiteren Aufenthalt in diesem Balver Ortsteil gehörte ein Film über das Uganda-Projekt. Im Rathaus trug sich der ugandische Botschafter ins Goldene Buch der Stadt Balve ein. - Von Julius Kolossa

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