Übung in der Höhle: Mehr als 300 Helfer rücken an

Oliver Prior, Christian Boike und Frank Busche stellten im Gespräch mit den Balver Schützen die Pläne für die Übung vor. - Fotos: Kolossa

Balve - Im linken Höhlenarm wird während einer Veranstaltung mit 2000 Besuchern Reizgas freigesetzt. Es bricht Panik aus, alle wollen nur eins: möglichst schnell raus aus der Höhle. Wer dabei hinfällt, hat keine Chance, in der über ihn wogenden Menschenmasse wieder aufstehen zu können. Dieses Szenario mit vielen Verletzten wird im August geprobt – es wird eine der größten Übungen im Stadtgebiet.

Die Übung, die am 15. August ab 10 Uhr stattfindet, geht von 25 Verletzten aus. In einem solchen Fall greift das Massenanfall von Verletzten (ManV)-Konzept des Märkischen Kreises.

Mehr als 300 Helfer werden in 76 Fahrzeugen anrücken, um die 25 Verletzten zu versorgen. Diese werden dargestellt von Mitgliedern des DRK. 25 Mitglieder des Festpielvereins stellen außerdem Personen dar, die durch das Ereignis unter Schock stehen. Auch diese müssen versorgt werden.

Der Märkische Kreis wird in Zusammenarbeit mit den heimischen Rettungsdiensten und der Freiwilligen Feuerwehr Balve dieses Szenario ablaufen lassen. Zur Unterstützung kommen überörtliche Hilfskräfte auch aus dem Hochsauerland dazu.

Löschzugführer Christian Boike stellte jetzt den Ablauf vor. Einiges könne geplant werden, zum Beispiel welche Einsatzeinheiten wann alarmiert werden oder dass die Bundesstraße B 229 für den etwa fünfstündigen Verlauf gesperrt sein wird. Dennoch gibt es auch viele unbekannte Faktoren. So gilt es, die anfängliche Chaosphase zu überwinden und die Verletzten zu transportieren. Außerdem müssen Helfer an die Einsatzstelle kommen. Der Feuerwehrmann rechnet damit, dass die Brücke zur Höhle von Menschen und auch Fahrzeugen verstopft sein werde, so dass für Rettungskräfte ein längerer Fußmarsch erforderlich sei. „Von der Feuerwehr her sind wir es gewohnt, dass wir bis zur Einsatzstelle kommen“, weist Boike auf einen wesentlichen Unterschied hin.

Auch deshalb sei diese Großübung sinnvoll, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, hob Wehrleiter Frank Busche hervor. Zur angenommenen Unglückursache „Reizgas“ führte der stellvertretende Wehrleiter Oliver Prior aus, dass diese im Rahmen des Möglichen sei: „Es kann auch eine Deo-Dose sein, mit der jemand sprüht.“ Schnell könnten dem einen darauf die Augen brennen, der andere bekomme Husten, und plötzlich verspüren viele andere dieselben Symptome und wollen nur noch raus aus der Höhle.

Simone Langhammer vom Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises sprach der Hönnestadt ein großes Lob für ihre Bereitschaft aus, diese Übung durchführen zu lassen: „Dazu gehört viel Mut.“

In der Balver Höhle finden pro Jahr 62 Brandsicherheitswachen statt. Aufgabe ist stets, die Rettungswege, Lösch- und Sicherheitseinrichtungen frei zu halten. Außerdem gehört dazu, bei einem möglichen Unglück zusätzliche Kräfte für die Rettung und Versorgung Verletzter zu alarmieren und Erstmaßnahmen zu ergreifen.

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