Hönnestadt lockt viele Besucher an

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Neben anderen Zielen zählt die Balver Höhle zu den Besuchermagneten in der Hönnestadt.

Balve - Etwas verwundert blickte unlängst Jürgen Meller, zuständig für die Tourismusförderung bei der Stadt Balve, auf die Zahlen des statistisches Landesamt zum NRW-Tourismus.

Während dort für das gesamte Bundesland von Januar bis September 2015 ein Plus von 1,9 Prozent mehr Gästen ausgewiesen wird, steht vor den Zahlen der Hönnestadt ein dickes Minus. 7,7 Prozent weniger Besucher sollen in diesem Zeitraum zu Gast in der Stadt gewesen sein. „Das entspricht nicht dem, was ich gehört habe“, kommentiert Meller die Auswertung von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT-NRW). Alleine im September sei Balve durch zahlreiche Veranstaltungen komplett ausgebucht gewesen.

Der Fehler in den Zahlen war für den Tourismusförderer war schnell gefunden: Die Statistik weist für die Hönnestadt insgesamt nur neun Betriebe mit mehr als zehn Betten aus. Die Buchungszahlen für ein Ende 2014 neueröffnetes Hotel in Balve fehlen. „Laut Gesetz müssen Hotels in den ersten zwei Jahren keine Belegungszahlen übermitteln“, erklärt Meller. Die Gäste, die in diesem neuen Betrieb untergebracht waren, würden damit in der Statistik fehlen. „Ich weiß, dass das Haus gut belegt ist.“

Luisenhütte soll aufgewertet werden

Ganz unter den Tisch fallen lassen möchte der Tourismus-Experte die Zahlen jedoch nicht: „ Sie sind für uns eine Richtschnur.“ Ziel der Tourismusförderung in Balve sei es, die Übernachtungszahlen zu steigern. So soll in Zusammenarbeit mit dem Märkischen Kreis etwa die Luisenhütte aufgewertet werden. „Die Besucherzahlen dort sind noch nicht zufriedenstellend“, sagt Meller. Zukünftig sollen spezielle Pakete gebucht werden können, die zum Beispiel einen Besuch des Wocklumer Schlosses und der Luisenhütte beinhalten. „Im Schloss stellen wir uns da etwa einen Prinzessinnen-Tag oder Kochevents mit Olaf Baumeister vor.“ Wichtig für den Ausbau des Tourismus in Balve seien vor allem lokale Akteure. „Das Rathaus alleine kann nicht viel bewegen“, sagt Meller, der einen weiteren Schwerpunkt auf den Wandertourismus im Hönnetal setzt.

Bis Ende April 2016 möchte die Stadt ähnlich dem Höhenflug lokale Wanderrouten ausschildern. Der Bauhof bereite bereits jetzt alles dafür vor. Meller: „Wir werden das massiv bewerben. Die Menschen müssen nicht nach Winterberg fahren. Sie finden auch hier schöne Wanderwege.“ Bei dem Vorhaben sei die Zusammearbeit mit dem SGV unverzichtbar. „Gemeinsam setzen wir auf Qualität statt Quantität. Das Wegenetz wird reduziert. Dafür bieten wir anspruchsvolle Strecken an.“

Ausflüge nach dem Baukasten-Prinzip

Als Mitglied der Tourismusgemeinschaft Hönnetal wird die Stadt Balve zukünftig eine Informations-Broschüre herausgeben. Darin werden verschiedene Ausflugsziele in einem Baukasten-Prinzip angeboten. Gemeinsam buchbar sind dann etwa individuell zugeschnitten Besuche des Felsenmeers, des Sauerlandparks und der Balver Höhle.

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