Tolle Höhlentage der Sebastian-Schützen eröffnet

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In der Höhle angekommen, winkten die Noch-Regenten Michaela und Stefan Grote den Balvern zu.

Balve - „Wir freuen uns auf drei tolle Tage in unserem Wohnzimmer, der Balver Höhle“, eröffnete Bürgermeister Hubertus Mühling am Samstag das Balver Schützenfest beim traditionellen Abholen des Schützenvogels. „Das Hochfest hat begonnen.“

Das Schützenfest stärke den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl, führte er vor dem Rathaus aus. Tradition werde gelebt und weiter geführt. Bei aller Vorfreude stimmte er aber auch nachdenkliche Töne an, als er an das Unglück in Niedermarsberg erinnerte. So etwas dürfe sich nie wiederholen, befand der erste Bürger der Stadt abschließend.

Groß war auch in diesem Jahr wieder die Zahl der Teilnehmer des Auftaktes. Dieser begann mit dem Abholen der amtierenden Majestäten und der Jubelpaare – beziehungsweise der Jubelköniginnen. Vor 60 Jahren regierten der verstorbene Friedbert Streiter und Annemarie Hering, vor 50 Jahren waren die Regenten der verstorbene Hermann-Josef Schneider und Ursula Schneider; vor 40 Jahren Gerd Holin und Anneliese Schwital; vor 25 Jahren Berthold und Edeltraud Camminady. Dazu kam das amtierende Königspaar Stefan und Michaela Grote und das Bundeskönigspaar Marc Schmoll-Stübbecke und Insa Schmoll.

Dann freute sich der Vorsitzende der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft, nach 362 Tagen des Wartens bekannt zu geben: „Wir dürfen endlich wieder Schützenfest feiern.“ Und dies fand seine Fortsetzung mit dem Abholen des Aars am Rathaus.

Noch-Regenten verabschieden sich

„Lasst uns ein fröhliches Fest feiern“, gab der Bürgermeister allen mit auf den Weg. Der Schützenbruderschaft wünschte er für den Montag viele Bewerber und „schöne Feiertage.“

Diese erlebten ihren ersten Höhepunkt mit dem feierlichen „Höhleneinzugsmarsch“, gespielt vom Musikverein Lichtringhausen beim Betreten der Höhle. Immer wieder sind die Musiker, die von Martin Theile geleitet werden, für eine Überraschung gut. Für eine solche sorgten die Instrumentalisten auch, als sie nach der Ehrung der Sieger des Kompaniepokalschießens das „Balver Lied“ spielten. Mit diesem taten sie allen Besuchern einen großen Gefallen.

Den Pokal errang in diesem Jahr die 1. Kompanie mit 1431 Ringen. Christoph Rapp nahm den „Pott“ entgegegen. Auf den Rängen folgte die 3. mit 1408, die 4. mit 1391 und die 2. mit 1383 Ringen. In der Einzelwertung setzte sich Tobias Keil mit 147 Ringen auf Platz eins. Den zweiten Platz sicherte sich Markus Köster mit 145 Ringen, Platz drei Andreas Fritz mit 144 Ringen. In der Altersklasse kam Norbert Jonen mit 144 Ringen auf den ersten Platz. Dietmar Sewing belegte nach einem Stechen Platz zwei, dahinter Engelbert Prinz von Croy auf Platz drei. Bei den Sportschützen war Erhard Stemke mit 150 Ringen unschlagbar. Zum fünften Mal in Folge war er Erster und darf jetzt die Siegertrophäe behalten. Frank Berkenhoff mit 149 Ringen wurde Zweiter, Dieter Neuhaus mit 147 Ringen Dritter.

Nach der Siegerehrung trat eine Pause bis zum Großen Zapfenstreich ein, für dessen Vorführung sich die Besucher schon frühzeitig die besten Plätze im Höhlenrund sicherten. Martin Theile hatte in diesem Jahr, in welchem die Lichtringhausener 50 Jahre bestehen, drei Serenaden ins Programm aufgenommen sowie den „Fehrbelliner Reitermarsch“, einen Fanfarenmarsch als Erinnerung an die Anfangszeit des Musikvereins, der als Fanfarenzug gegründet wurde – die Fanfaren wurden unterdessen durch Trompeten ersetzt –, den „Marsch des Soldaten Robert Bruce“ und den „Argonner Marsch“.

Fest der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft

Engelbert Prinz von Croy fasste den Großen Zapfenstreich später mit vier Worten zusammen: „Das war ein Traum.“ In diesem Zusammenhang wies er auf das Oktoberfest am 3. Oktober hin, bei dem die Lichtringhausenener wieder mit von der Partie sind. Beim Schützenfest machten diese wieder Stimmung im Höhlenarm, wobei sie auch von Schützenkönig Stefan Grote dirigiert wurden.

Beim großen Festzug stand er mit seiner Frau Michaela im Mittelpunkt. Begleitet wurden sie von ihrem Hofstaat, den vier Kompanien und Gastvereinen auf der Hauptstraße bis zur Höhle.

Oberst Wilhelm Rademacher war da wieder ganz vorne dabei und sorgte mit seinen Kommandos für den reibungslosen Ablauf des Festes. Ob beim Zapfenstreich oder nach den Festzügen, wenn er aufforderte: „Schützenbrüder – zum Feiern weggetreten.“ Dieses Schützenfest wird ihm als letztes seiner 24-jährigen Amtszeit – davor fünf Jahre als Fähnrich – in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Vielleicht krönt er dieses am heutigen Montag mit dem Abschießen des Vogels, denn der Oberst wurde in Schützenkreisen am Wochenende bereits als Kandidat für die Königswürde ganz hoch gehandelt.

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