Therapeutische Wachtiere: Alpakas in Langenholthausen

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Die Alpakas fühlen sich auf dem Gelände von Gregor Schwermann in Langenholthausen sichtlich wohl.

Langenholthausen - Mia und Marie genießen den Sommertag und lassen sich die heiße Sonne auf das Fell brennen. Neugierig schauen sie in die Kamera, das Lächeln passt zur Frisur. Der Pony fällt Mia in die Augen, als sie zu ihrer eine Woche alten Tochter Marie blickt. Den beiden Alpakas zuzuschauen, wie sie im Gras liegen und nichts tun, habe etwas Beruhigendes, sagte Gregor Schwermann.

Vor acht Jahren hat er diese Kamelart, die in Peru und Chile vorkommt, als Hobby für sich entdeckt. In seinem Garten in Langenholthausen und auf gepachteten Wiesen züchtet er die Tiere. Vor vier Jahren waren auch noch Nandus dabei, von diesen Laufvögeln hat sich der einstige Finanz- und Lohnbuchhalter inzwischen verabschiedet. 

Vor einigen Tagen hat er auf seiner Wiese zwei Türkentauben gefunden, die er aufpäppelt und bald wieder in die Freiheit entlassen wird. Auch die Hühner und Laufenten sind mit ihrem Zuhause zufrieden. Gurrend und schnatternd laufen sie über das Gelände. Und von irgendwoher kommen Wildkaninchen angelaufen: „Die haben wir hier häufig.“ 

Die Stars bei Familie Schwermann sind aber die Alpakas. Eigentlich sind es Wachtiere. Gregor Schwermann hatte sich mit viel Literatur und danach jeder Menge eigener Erfahrungen zum Experten für diese Tierart gemacht. Sie können Eindringlinge in ihrem Gehege zu Tode treten. Dies ist ebenso ihre Natur wie ihr therapeutischer Charakter. 

Gregor Schwermann ist inzwischen Experte für Alpakas geworden.

Schwermann bringt seine Vierbeiner mit körperlich und geistig behinderten Menschen zusammen, und hat Erstaunliches festgestellt: „Sie lassen sich anfassen, und alleine das Berühren ihrer Wolle gibt den Menschen ein gutes Gefühl.“ Marie wird demnächst ein solches Therapietier. Ihre Mutter hat bereits sechs Fohlen auf die Welt gebracht, die inzwischen alle im Dienst sind. 
 
Der Alpaka-Fachmann kennt seine Tiere und ihren Wert. Bis zu 4000 Euro kann ein Hengst kosten, eine Stute ist zwischen 2500 und 7500 Euro wert. Jedes Tier hat bei Gregor Schwermann einen Namen, die Alpakas kennen und vertrauen ihm. „Ich lasse die Tiere einfach Tiere sein.“ 

Er hat sich einen Namen bis nach Rheinland-Pfalz gemacht, denn aus diesem Bundesland kommen immer wieder Aufträge, Stuten von seinen vier Hengsten decken zu lassen. Und wenn seine 25 Tiere im Mai zum Friseur müssen, muss nicht lange überlegt werden, wohin mit der Wolle, „denn wir haben jedes Mal genügend Leute, die die Alpakawolle säckeweise kaufen.“ 

Was Schwermanns seit acht Jahren nicht mehr kaufen müssen, ist ein Rasenmäher. Für Gregor Schwermann sind seine Alpakas ein „schönes Hobby, das ohne Hektik auskommt.“

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