Neue Wohnunterkünfte für Flüchtlinge in Balve

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Derzeit finden im Stockmeier-Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Firma Kruse Sanierungsarbeiten statt. Die Stadt Balve möchte dort eine Flüchtlingsunterkunft für bis zu 80 Personen einrichten.

Balve - Fieberhaft wird an einer Lösung für den immer knapperen Wohnraum für Flüchtlinge in Balve gearbeitet. Das Stockmeier-Gebäude und die Murmketurnhalle spielen dabei eine wichtige Rolle in der Planung der Stadtverwaltung.

Mit Hochdruck wird im Stockmeier-Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Firma Kruse in der Helle gearbeitet. Die Stadt Balve als neuer Eigentümer sorgt dafür, dass der Umbau zur Flüchtlingsunterkunft vorgenommen wird. „Unser Ziel ist die Fertigstellung bis zum 30. September“, stellte der Fachbereichsleiter für die städtischen Liegenschaften, Michael Bathe, den Fortschritt der Arbeiten dar.

Weil die Zahl der Flüchtlingszuweisungen für Balve immer größer wird, soll die Murmketurnhalle als kurzfristige Notunterkunft dienen.

Trennwände sind schon gezogen worden, Anschlüsse für Leitungen gelegt. Mit schwerem Gerät wird ein Durchbruch für den zweiten Fluchtweg geschaffen. Im ganzen Haus ist Baulärm zu hören, Baumaterial lagert an strategisch wichtigen Stellen. Michael Bathe zu den Planungen: „Hier sollen ab dem 1. Oktober bis zu 80 Personen untergebracht werden.“ Viel ist bis dahin noch zu tun, bis hier wohnliche Zimmer entstehen. Neben den hier noch anstehenden Arbeiten vom Boden bis zur Decke sind im ganzen Haus noch Brandschutzmaßnahmen vorzunehmen, im Mittelgeschoss die Gemeinschaftsduschen für Männer und Frauen zu installieren.

Die beim Kauf mit übernommenen sanitären Anlagen sind in einem so guten Zustand, dass sie nicht renoviert werden müssen – hier kann die Hönnestadt sparen. Und auch im zukünftigen Büro der Betreuungskraft für das Gebäude und die hier lebenden Menschen kann die bisher bestehende Einrichtung zum großen Teil übernommen werden. Im Erdgeschoss biete sich, so Michael Bathe, ein großer Raum als Aufenthaltsraum an. „Und hier“, ein kleinerer Raum gegenüber, „kann eine Tafel angebracht werden und der Deutschunterricht stattfinden, der bisher in der VHS angeboten wird.“ Und in der alten Küche des Verwaltungsgebäudes soll eine neue Küche eingebaut werden – Ideen für die Nutzung gibt es genügend. Entstanden sind sie aus der Not heraus, die ständig steigende Zahl von zugewiesen Flüchtlingen angemessen unterzubringen.

Michael Bathe, Fachbereichsleiter für städtischen Liegenschaften, beim Ortstermin im zukünftigen Büro der Betreuungskräfte im Stockmeier-Gebäude.

Zur Zeit sind es 118, Ende Juni waren es noch 95 Personen. Und die Gemeinde rechnet mit weiteren Zuweisungen. „5000 Menschen kommen jede Woche in NRW an, die auf die einzelnen Kommunen und Gemeinden verteilt werden“, wies Bathe auf eine Herausforderung hin, die Balve zu bewältigen hat. Die Frage nach einem „Plan B“ für weitere Unterbringungsmaßnahmen beantwortet die Stadt Balve indes in einer offiziellen Mitteilung. Dort heißt es: „Durch die mittlerweile sehr kurzfristigen Zuweisungen der Landesbehörden und die Anzahl der Personen, sind alle Wohnheime und Unterbringungsmöglichkeiten der Stadt Balve ausgeschöpft.“ Um der kurzfristigen Zuweisung von Flüchtlingen nach Balve gerecht zu werden und den Menschen in der Gemeinde eine den Umständen entsprechende Unterbringung gewährleisten zu können, habe sich die städtische Verwaltung dazu entschieden, als kurzfristige Notunterkunft die Murmketurnhalle für die Unterbringung weiterer Flüchtlinge herzurichten.

Arbeiter schaffen im Stockmeier-Gebäude einen Durchbruch für einen Fluchtweg.

Bereits in den 90er-Jahren sei, als Folge des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslawien, diese Turnhalle zur Unterbringung von Flüchtlingen umgebaut worden. Aus dieser Zeit sei die für die Flüchtlingen notwendige Infrastruktur, wie Sanitäreinrichtungen, Wasser -und Kanalanschlüsse, zum Teil noch vorhanden. Diese Umstände und die schnelle notwendige zeitliche Verfügbarkeit seien zwei wesentliche Kriterien, die die Wahl auf die Murmketurnhalle fallen ließen. Die Stadt weist daraufhin, dass für die derzeitige vereinsmäßige Nutzung und den Schulsport zurzeit alternative Nutzungsmöglichkeiten erarbeitet würden, um den Ausfall von Übungsstunden so gering wie möglich zu halten. Die betroffenen Vereine würden hierüber von der Stadt informiert.

Wie lange diese Nutzung der Murmketurnhalle notwendig sein wird, könne aus heutiger Sicht noch nicht gesagt werden. Der Rat der Stadt werde sich allerdings, vor dem Hintergrund der stetig steigenden Zahlen von Flüchtlingen in Balve, in seiner nächsten Sitzung ausführlich mit weiteren mittelfristigen Konzepten beschäftigen. Auf Basis einer weiteren mittelfristigen Unterbringungsmöglichkeit könne dann auch über eine Auflösung der Notunterkunft in der Murmketurnhalle nachgedacht werden.

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