St.-Johannes-Schule verweigert Zusammenarbeit mit OGS-Trägerverein

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Kassierer Michael Voß und die Zweite Vorsitzende Sindy Kratschmer waren die letzten verbliebenen Vorstandsmitglieder des Trägervereins der OGS St. Johannes.

Balve - Der Abpfiff für den Trägerverein OGS St. Johannes in Balve kam kurz vor dem Anpfiff des EM-Halbfinalspiels am Donnerstag. Es waren zwar mit 17 Mitgliedern so viele wie noch nie zuvor auf dieser außerordentlichen Versammlung, doch von diesen wollte niemand die Verantwortung für die vier neu zu besetzenden Vorstandsposten übernehmen.

Jetzt kommt die Stadt in die Pflicht, die Trägerschaft für die Offene Ganztagsbetreuung selbst zu übernehmen. Michael Voß, Kassenwart, und Sindy Kratschmer, Zweite Vorsitzende, waren die einzigen noch verbliebenen Vorstandsmitglieder, die die Versammlung leiteten – ihre Amtszeit endet im September, erneut kandidieren wollten beide nicht mehr.

Um die Weichen für die Zukunft des 168 Mitglieder zählenden Vereins rechtzeitig zu stellen, luden sie zu einem außerordentlichen Treffen ein, auf dem sie die Entwicklung darstellten. „Die Schulleitung kann nicht mehr mit dem Trägerverein zusammenarbeiten“, brachte es Michael Voß auf den Punkt. 

Vorausgegangen seien Diskrepanzen über Personaleinstellungen, die der Verein im Jahr 2015 vorgenommen hatte und in die die Schulleiterin Birgit Heckmann nicht eingebunden war. „Die Schule verweigert die weitere Mitarbeit“, sagte Voß zum Stand der Dinge. Ein weiterer Grund dafür sei auch das Fehlen eines verbindlichen pädagogischen Konzepts, auf dessen Festschreibung seit fünf Jahren gewartet werde. Von Seiten der Schule war dazu keine Stellungnahme zu bekommen, da Birgit Heckmann sich für diese Mitgliederversammlung entschuldigen ließ. 

Der Trägerverein nahm im Schuljahr 2010/11 seine Arbeit auf, aktuell werden 35 Kinder bis 13 Uhr und 25 Schüler bis 16 Uhr betreut. Gearbeitet wird mit einem gültigen Kooperationsvertrag zwischen Stadt, Grundschule und Trägerverein. Zuständig dafür sind vier hauptamtliche Kräfte und weitere vier Aushilfen. 

Mit Blick auf die Zukunft stellten die Eltern viele Fragen, die André Flöper, Vertreter der Stadtverwaltung, nicht alle beantworten konnte. Denn der Rat der Stadt Balve spricht in seiner nächsten Sitzung im September über dieses Themas und entscheidet für oder gegen eine Übernahme der Trägerschaft durch die Stadt Balve. 

Ob und wie die 13-Uhr-Betreuung von der 16-Uhr-Betreuung auch räumlich getrennt wird, hängt von dieser Entscheidung ab. „Der Neustart ist für die Kinder das Beste“, resümierte Michael Voß, der dann auch auf die Erstellung eines pädagogischen Konzeptes hoffte. Enttäuscht waren er und Sindy Kretschmar, dass sich seitens der Eltern niemand bereit erklärt hatte, den Vorstand zu bilden und die Arbeit des Vereins weiter fortzuführen.

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