Sozialarbeiter Jörg Esser betreut 260 Flüchtlinge

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Diplom-Sozialpädagoge Jörg Esser (links) ist seit Mitte des Monats städtischer Sozialarbeiter für die Flüchtlingsarbeit. Michael Bathe, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, freut sich über die Kompetenz, die Esser mitbringt.

Balve - „Die Flüchtlinge bringen jeder einen eigenen großen Rucksack mit Problemen und traumatisierenden Erlebnissen mit“, hat Diplom-Sozialpädagoge Jörg Esser festgestellt. Er ist Balves Sozialarbeiter für die Flüchtlingsarbeit.

Nachdem er am 9. Dezember in der nicht-öffentlichen Sitzung des Rates für dieses Amt ernannt wurde, begann seine Arbeit bereits wenige Tage später – genauer: am 15. Dezember.

Seither hilft er bei Aufräumungsarbeiten sowie dem Umzug vom Schwesternwohnheim in das Stockmeier-Gebäude mit. Immer wieder sei er aber auch als Ansprechpartner gefragt.

Der 60-jährige lebt mit seiner Familie in Lüdenscheid und war einer von sieben Bewerbern auf die ausgeschrieben Stelle. „Entweder gehe ich innerlich in Rente oder ich stelle mich noch einmal einer neuen Herausforderung“, habe er sich gedacht – und somit beworben.

Flexibilität gehört zum Arbeitsalltag

Zuvor war Esser tätig in der Nichtsesshaftenhilfe und dem ambulant-betreuten Wohnen beim evangelischen Perthes-Werk. Seine berufliche Laufbahn begann im Jugendzentrum Altena und führte ihn dann als Berufsfindungsberater zur Kreishandwerkerschaft Iserlohn sowie als Schulsozialarbeiter und Stadtjugendpfleger nach Werdohl.

In Balve weiß Esser nach nicht einmal einer Woche: „Es macht Spaß hier, es ist genau richtig für mich.“ Noch sei allerdings nicht viel planbar, zahlreiche neue Aufgaben kämen spontan hinzu, weil immer wieder das Gespräch von den Flüchtlingen aus gesucht werde. Flexibilität gehört für Esser zum täglichen Job einfach dazu. Das mache den Berufsalltag abwechslungsreich.

Asylbewerber suchen selbst das Gespräch

260 sind es jetzt in Balve, eine Zahl mit der die ehrenamtlichen Helfer im Bündnis für Flüchtlinge nicht an ihre Grenze der Belastbarkeit stoßen sollen, so der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters Michael Bathe. „Wir sind froh über die langjährige Berufserfahrung, die unser Sozialarbeiter mitbringt.“

Esser soll als Bindeglied zur Verwaltung und den Ehrenamtlichen fungieren. Diesen stellt er bereits nach wenigen Tagen im Dienst derweil ein ausgezeichnetes Zeugnis aus: „Die leisten wirklich eine tolle Arbeit, die vorbildlich ist.“ Er möchte dem Bündnis für Flüchtlinge mit Koordination, Beratung und Entlastung zur Seite stehen. Esser stellt sich unterdessen den Ehrenamtlichen erst einmal vor, wie auch der Polizei und den Schulen.

Am Montag wurde noch ein Bufdi gefunden, teilte Bathe mit. Dieser soll für die Arbeit mit den Flüchtlingen eingesetzt werden. Den Namen des jungen Mannes gab die Stadt indes noch nicht bekannt.

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