Mit dem Smartphone unter freiem Himmel auf Schatzsuche

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Dort müsste ein Pokémon versteckt sein sind sich Mauricio Droste und Marcel Findeisen sicher.

Balve - Wenn der Vater mit den Söhnen ausgeht, dann ist erst einmal ein Eis drin. Christian Brinkschulte lässt es sich mit dem achtjährigen Louis und dem drei Jahre jüngeren Max schmecken.

Dermaßen gestärkt schalten sie danach ihre Geo-App ein und stehen wenig später vor dem Balver Pfarrheim. „Ab hier noch 333 Meter“, hat Louis das Ziel vor Augen.

Der junge Beckumer ist seit zwei Jahren aktiver Geocacher und hat erste Erfahrungen in Dänemark gemacht. „Balve ist aber auch schön“, sagt er und schaut sich um. Seine App zeigt ihm: Auch dort sind Schätze verborgen.

„An jedem Mammut gibt es Aufgaben“, weiß er. Auf seinem Handy kann Louis verschiedene Schatzsuchen durchführen. An den Balver Maskottchen muss etwa ein Lösungswort gefunden werden, an anderen Stellen im Stadtgebiet muss der Geocacher, je nach Variante, eine Frage beantworten oder aber mehrere Aufgaben lösen.

Papa Christian Brinkschulte hilft seinen Söhnen dabei. Wie Louis ist auch sein jüngerer Bruder Max ganz bei der Sache. Sie waren schon an der Sorpe, der Möhne und im Sauerlandpark. Und die Familie ist dabei sehr erfolgreich. „Wir haben schon Stifte, Flummis und auch Ü-Ei-Figuren gefunden“, sagt Louis. Denn: Der erfolgreiche Geocacher erhält an der Ziel-Station ein kleines Präsent.

Dieses kann der erfolgreiche Schatzsucher aus der am Fundort deponierten Kiste mitnehmen. Ehrensache ist, dass er für den nächsten Finder einen neuen Schatz dort hinterlässt. Von den Beckumern gibt es Cent-Stücke.

Auf die Idee dieser modernen Schatzsuche brachte die Familie ihr Opa Ingo Höhnisch aus Oberrödinghausen vor gut zwei Jahren. Die erste Suche im Dänemark-Urlaub war gleich ein voller Erfolg. Seitdem haben die Beckumer verschiedene Apps auf ihren Smartphones installiert und getestet. Aber: „Keine Pokémons“. Da sind sich Louis, Max und Christian einig. Sie könnten diesen kleinen Wesen einfach nichts abgewinnen, sagen alle drei übereinstimmend.

Sie konzentrieren sich auf echte Schätze, zu der sie ihre Geo-App führt; der nächste soll „An der Ecke“ liegen, wie es in der App heißt. Ganz leicht sei dieser zu finden gewesen, hat ein früherer Finder geschrieben – die Jungs finden allerdings nichts. Die erwartete Dose ist nirgends zu erblicken, stellen sie enttäuscht fest.

In solch einer Dose seien meistens die Schätze aufbewahrt, verrät Christian. Louis hat dafür irgendwo eine Kugel gefunden: „Die mache ich schön sauber.“ Sein Vater erklärt ehrgeizig: „Hier oben suche ich noch einmal in aller Ruhe, denn hier muss der Cache doch irgendwo sein.“ Cache wird der Zielort einer solchen modernen Schatzsuche genannt. Die Nachricht, dass sie an dieser Stelle nichts gefunden haben, hat der Familienvater sofort an die Such-Gemeinschaft abgesetzt. Wenn eine Antwort kommt, macht er sich erneut auf die Suche.

Auf dem Weg zurück zum Auto – als nächstes wollen sie an der Balver Höhle suchen – laufen die drei zwei Langenholthausenern über den Weg. Der 13-jährige Mauricio Droste und sein ein Jahr älterer Freund Marcel Findeisen blicken ebenso konzentriert auf ihr Handy wie Max, Louis und Christian. „Ja, wir suchen Pokémons“, sagen sie, und lassen die beiden Geocaching-begeisterten Jungs einen Blick auf ihre virtuelle Karte werfen.

Mauricio ist sehr ehrgeizig, denn seit er am 13. Juli mit der Pokémon-Suche angefangen hat, wurde er 33 Mal in Balve und Langenholthausen fündig. „Es macht einfach Spaß“, sagt er.

An der St.-Blasius-Kirche trennen sich die Wege der beiden jugendlichen Freunde von denen der Beckumer Schatzsucher dann ein Fazit zieht: Ob Geocaching-Schätze oder Pokémon – in Balve gibt es viel zu entdecken.

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