In sieben Jahren Balver Innenstadt verändern

So könnte das neue Pfarrzentrum in die Landschaft passen.

Balve - Etwa 30 Bürger lockte die Vorstellung des städtebaulichen Rahmenplans zur Attraktivitätssteigerung der Balver Innenstadt am Donnerstagabend in den Ratssaal. Zwei Vertreter des Planungsbüros Pesch und Partner aus Dortmund stellten per Powerpoint-Präsentation ihre gestalterischen Ideen vor. Grundlage ihrer Arbeit sind die Ergebnisse aus dem Dorfentwicklungskonzept von vor zwei Jahren. Demnach können sich die Stadtplaner vor allem am Drostenplatz sowie im Park rund um die St. Blasius Kirche Veränderungen vorstellen.

Handlungsfelder sehen die Stadtplaner im Bereich der Aufenthaltsqualität und einem fehlenden Zugang zur Hönne. Des Weiteren gibt es keinen Platz für Kinder und Jugendliche sowie nur wenig Bepflanzung. Verbessert werden könnte die Sauberkeit auf den öffentlichen Plätzen. Ausbaufähig seien sowohl das Einzelhandelsangebot als auch touristische und kulturelle Angebote. Zudem wurde der Wunsch nach einer Querungshilfe – etwa auf halber Strecke der Hauptstraße – geäußert.

Ein Radweg, der parallel zur Hauptstraße verläuft und von der Innenstadt zur Balver Höhle führt, sei bereits in Planung, hieß es. Weitere konkrete Maßnahmen schlugen die Stadtplaner für den Bereich rund um den Drostenplatz vor. Von dem geplanten neuen Lebensmittelmarkt auf dem Gelände des Kibitzmarktes soll künftig eine Wegbrücke zum Drostenplatz führen. Teilweise seien Straßen erneuerungsbedürftig, urteilten die Stadtplaner. Vom Mühlenweg aus sei ein Zugang zur Hönne denkbar; einen weiteren Weg zum Gewässer zu schaffen, ist laut Experten nicht empfehlenswert.

Um den Drostenplatz attraktiver zu gestalten, sollte die Straßen-Oberfläche neu gestaltet werden – beispielsweise mit Pflastersteinen, die Altstadtcharakter verbreiten. Für die Sommermonate ist Außengastronomie denkbar. Diese Fläche bietet im Winter die Möglichkeit weiterer Parkplätze. Das Umfeld wollen die Stadtplaner mit Begrünung „aufhübschen“, vielleicht auch durch das ein oder andere Wasserspiel. Durch den Abriss einer Garagenanlage kann ein direkter Weg zur St. Blasius-Kirche geschaffen werden, was die Lust auf einen Stadtbummel steigern soll. Des Weiteren stellen sich die Stadtplaner für schmale Straßen im Innenstadtbereich Einbahnregelungen vor. Saniert werden sollten ihrer Meinung nach vor allem die Dreikönigsgasse, die Garbecker Straße, die Hoffmeisterstraße sowie die Alte Gerichtsstraße. Eine entsprechende Bepflasterung deutet optisch Fuß- und Fahrgassen an – in schmalen Straße könne hingegen auf eine dargestellte Fahrgasse verzichtet werden.

Das neue Pfarrzentrum neben der St. Blasius-Kirche wertet das Umfeld bereits entsprechend auf. Das Wegenetz durch den Park wollen die Stadtplaner in seiner jetzigen Form beibehalten, allerdings sollte es bepflastert werden. Bänke sowie ein öffentlicher Spielplatz lassen in ihrer Vorstellung den Park lebendiger wirken.

Für die vorgeschlagenen Maßnahmen können Fördergelder beantragt werden. 70 Prozent gibt es von Staat und Land – Voraussetzung dafür ist ein integratives Handlungskonzept mit Bürgerbeteiligung. Und die Zuhörer brachten im Anschluss an den Vortrag in der Tat gerne ein paar eigene Ideen ein, die von den Stadtplanern aufgegriffen wurden.

Von der Sparkasse bereits einen Zugang zur Hönne zu schaffen, war einer der Vorschläge, die aus der Versammlung mit in die nächsten Planungsrunden einfließen wird. Eventuell gebe es hier Grundstücksfragen zu klären, aber der Vorschlag wurde zunächst einmal festgehalten. Auch der Hinweis, dass Touristen bereits bei der Einfahrt nach Balve von Süden (Gesundheitscampus) auf Parkmöglichkeiten an der St. Blasius-Kirche aufmerksam gemacht werden sollten und nicht sofort auf den Drostenplatz geleitet werden, griffen die Stadtplaner gerne auf.

Hinsichtlich des Zeitrahmens, in dem die Veränderungen durchgeführt werden sollen, erklärte Bürgermeister Hubertus Mühling: „Das kann nicht in ein, zwei Jahren gemacht werden. Das ist ein Prozess, der fünf bis sieben Jahre dauern kann“, schätz er.

Zeit werde auch die Umsetzung der ebenso von den Bürgern gewünschten Querungshilfe auf der Hauptstraße benötigen: „Der Landesbetrieb Straßen NRW muss von dem Konzept überzeugt werden. Da müssen wir dicke Bretter bohren.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare