St. Sebastian-Schützen diskutieren über Umbauten

Wilhelm Rademacher (rechts) ist jetzt Ehrenoberst. - Foto: Kolossa

Balve - Der Bauauschuss, der sich eineinhalb Jahre mit den Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen am Schützenheim beschäftigt hatte, hatte seinen Rücktritt vor der Jahreshauptversammlung der St. Sebastian-Schützenbruderschaft dem Geschäftsführenden Vorstand mitgeteilt.

Als Grund dafür gab Christoph Rapp, der für das Team aus vier Schützenbrüdern ans Mikrofon trat, das eigenmächtige Handeln des Geschäftsführers Martin Terbrüggen an, der die Arbeit erschwert hatte.

Es fielen direkte Worte in der bis dahin ruhig verlaufenden Versammlung im Balver Pfarrheim. Die in der vergangenen Woche häufig diskutierte Gemeinnützigkeit der Schützenbruderschaften war dabei das verbindende Element aller Redner. Pfarrer Andreas Schulte betonte, die Schützen-Werte „Glaube, Sitte, Heimat“ würden nicht nur die Fahnen zieren, sondern auch umgesetzt. Schützen würden von ihm respektiert und geachtet.

Sein evangelischer Amtskollege Pfarrer Christian Weber wies auf viel Frauenpower sowohl in der evangelischen Kirche als auch in der Politik hin - t viel „Yes we can“, sodass die Schützenbruderschaften weiterhin eine Männerdomäne bleiben könnten. Den Balvern sprach er aus, mit zielsicheren Sportschützinnen schon lange etwas für ein neues Erscheinungsbild getan zu haben.

Wenn nicht Schützenbruderschaften gemeinnützig seien, wer denn dann?, fragte Bürgermeister Hubertus Mühling. Das Stadtoberhaupt wies in seinen wenigen Sätzen auf die Unterstützung der Festzüge hin, und schlug einen Bogen zu der auf der Tagesordnung stehenden Umbaumaßnahme des Schützenheims.

Balve trage mit dem Neubau des beleuchteten Radwegs bis zur Höhle einen Teil zum neuen Erscheinungsbild bei. Zurzeit werde an der Realisierung des letzten Teilstücks gearbeitet.

Das Schützenheim selbst, führte der Vorsitzende Engelbert Prinz von Croy aus, sei Ende der 80er Jahre aufwändig saniert worden. Doch inzwischen seien durch die alljährlichen Veranstaltungen mit jeweils mehr als 1000 Teilnehmern die Toilettenanlagen sanierungsbedürftig. Besonders die mehr als 25 Jahre alten Toiletten für die Frauen und die immer häufiger reparaturanfälliger werdenden Abwasserleitungen zeigten Handlungsbedarf auf.

Drei Lösungen, die vom Bauauschuss erarbeitet wurden, sollten an diesem Abend vorgestellt werden. Von den Mitgliedern sollte dann ein Votum erteilt werden, mit dem der Vorstand den Kostenrahmen ermitteln lässt. Zwei Projekte sind vom Balver Architekten Pötter eingereicht worden, eins vom Büro Otto Nöcker Partner aus Sundern. Andere Balver Architekten hätten ihre Teilnahme abgesagt.

300 000 Euro kostet die Variante aus Sundern, die Entwürfe aus Balve wurden wegen zu hoher Vorkosten, für die der Vorstand die Zustimmung der Mitglieder einholen wollte, noch nicht beziffert. „Nachteile sind nur durch Umbau abzustellen“, sagte der Vorsitzende. Mit Keller sei die erste Pötter-Version, getauscht würden Herren- und Damen-WC.

Von 13 auf dann 19 Kabinen würde der Sanitärbereich vergrößert, die zweite Version sieht einen größeren Anbau mit Verlagerung der Küche und dem Einbau eines neuen Behinderten-WC vor. Hier stünden dann 17 Damen-Kabinen zur Verfügung.

Otto Nöcker Partner stellt sich einen umfangreichen Umbau mit 18 Kabinen vor. Und diese Variante aus der Nachbarstadt kam beim Geschäftsführer nicht gut an. Unzufrieden mit dem Informationsfluss in den Vorgesprächen sei er gewesen, und kritisierte am Entwurf besonders 50 Prozent weniger Urinale, und vor allem ein vorprogrammiertes Chaos, da sich alle zunächst in den Eingang drängen würden. Besser sei da die erste Pötter-Version mit mehr Platz auf dem Vorplatz und auch kürzeren Wegen zu den Abflüssen.

Martin Terbrüggen ging dabei so sehr ins Detail, dass ihm der Vorsitzende kurzerhand das Wort abschnitt und betonte, dass noch keine endgültigen Empfehlungen abzugeben sei, sondern vielmehr nur informiert werden sollte. Mehrheitlich fiel die Entscheidung für einen Umbau, dessen Kosten und Detailplanungen auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im März vorgestellt und beschlossen werden. „Ihr gebt uns vor, wie wir zu agieren haben“, so Engelbert Prinz von Croy. Ein Neubau scheide aus, weil dann der Bestandsschutz nicht mehr gesichert sei.

Dem Bauauschuss, dem Thomas Gödde, Berthold Köster, Andreas Fritz und Christoph Rapp angehörten, wurde für seine Arbeit gedankt. Jetzt sei der Vorstand gefordert, sich allein zu kümmern. Hilfe seitens der Mitglieder würde gerne angenommen, ebenso weitere Änderungswünsche für den Umbau, die bis Ende Januar beim Vorstand vorliegen sollen.

Die Entwürfe der zwei Architektenbüros dürfen aus Urhebergründen nicht auf der Internetseite der Balver Schützen veröffentlicht werden, im Pfarrheim wurden an diesem Abend an vier Stellen die Pläne ausgehängt. Auch hierzu gab es Diskussionbedarf. Mit einer Saalrunde nach erfolgreicher Abhandlung dieses Tagesordnungspunktes in der dreieinhalbstündigen Versammlung sollten die Gemüter wieder beruhigt werden. Weiterer Bericht folgt.

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