Gregor Meyle macht Balver Höhle zu seinem "Wohnzimmer"

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Sänger Gregor Meyle zeigte sich in der Balver Höhle von einer bodenständigen Seite.

Balve - Schnick-Schnack oder großartige Showtechnik braucht Gregor Meyle nicht. Mit Stehlampen und Perserteppichen auf der Bühne gab der durch die TV-Sendung „Sing meinen Song“ bekannt gewordene Sänger der Balver Höhle eine gemütliche Wohnzimmer-Atmossphäre.

Zu Beginn des Konzerts am Sonntagabend wurde es zunächst leise im Felsendom. Der Grund: Die Terror-Anschläge in Paris am Samstag. Gregor Meyle bat die rund 1100 Zuschauer um eine Schweigeminute für die Opfer. Trotz oder gerade wegen der Ereignisse in der französischen Hauptstadt gaben der Musiker und seine zehnköpfige Band anschließend Vollgas. Die Fans ließen sich vom etwas spröden Humor des Künstlers anstecken.

„Bei uns ist nicht viel mit Rock and Roll. In unserem Tourbus trägt jeder seine eigenen Puschen“, scherzte der Sänger, der eher für die ruhigeren Töne bekannt ist. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, neben seinen alten und neuen Songs unter anderem auch das „Sauerland-Lied“ der Gruppe Zoff auf seine eigene Art und Weise zu präsentieren. Dabei animierte er gekonnt die Fans zum Mitsingen und Mitklatschen.

Gregor Meyle: Konzert in Balver Höhle

Meyles Auftritt war geprägt von seiner Hingabe zur Musik: „Wir versuchen unsere Songs an die Menschen zu bringen, ohne dabei zu provozieren.“ In zahlreichen privaten Anekdoten schilderte er seinen musikalischen Werdegang. Dabei zeigte sich der gebürtige Schwabe von einer bodenständigen Seite: „Es ist uns eine Ehre, hier in der Höhle auftreten zu dürfen.“ Authentizität auf der Bühne ist seine oberste Maxime: „100 Prozent Gregor Meyle“ stecken sowohl in seinen nachdenklichen Liedern wie „Die Chance“ oder „Schau mich nicht so an“, aber auch in Stimmungsmachern, wie der Adaption von Bobby McFerrins „Don´t worry, be happy“.

Laura Bellon sorgt für soulige Note

Gefühlvoll in Szene gesetzt werden Meyles Texte dabei durch seine erfahrene Band. Neben Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug stimmen auch klassische Instrumente, wie die Geige von Christian Herzberger oder die Blasinstrumente von Axel Müller (Sax), Johannes Goltz (Posaune) und Christoph Moschberger (Trompete), die richtigen Töne an. Ein Kontrastprogramm lieferten die beiden Gesangsstimmen. Während sich Meyle durch einen nasalen Gesang auszeichnet, hauchte Background-Sängerin Laura Bellon dem Abend eine soulige Note ein.

200 Tage im Jahr auf Tour – alleine in 2014 spielten Meyle und seine Band 140 Konzerte. Der Karriere-Durchbruch hat auch seine Schattenseiten. Mit der sehr emotionalen Ballade „Dann bin ich zuhause“, bedankte sich der Musiker für das Verständnis, dass ihm seine Frau, die am Sonntag auch in der Höhle war, entgegenbringt. Dass sich der Sänger auch in Balve wohlfühlte, war bei jedem Ton zu spüren. Sicherlich würden sich die Balver über einen weiteren Auftritt Meyles in seinem „Wohnzimmer“ freuen.

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