„Frau Bücherei“ geht nach 25 Jahren 

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Roswitha Schubert wurde von Michael Bathe und Thomas Hinz in den Ruhestand verabschiedet. Gerade ihre menschlichen Qualitäten wurden in den Abschiedsworten hoch gelobt.

Balve - Roswitha Schubert kann sehr zufrieden auf ihr Berufsleben zurückblicken. Denn für die 24 Jahre in Diensten der Stadt Balve bekam sie am Freitag viel Lob von allen Seiten. Es war der offiziell letzte Arbeitstag der 65-Jährigen, die danach ihren Resturlaub nimmt und ab September in den Ruhestand geht.

Der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters Michael Bathe nahm die Verabschiedung im Ratssaal vor. Eingeladen waren alle Kollegen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die ihrerseits ihre Anerkennung ausdrückten.

Die Karriere in Balve begann für Schubert mit einem Telefonanruf: Im Mai 1992 war die Stelle der Leitung der Öffentlichen Bücherei, welche bis dahin Annette Wolf inne hatte, öffentlich ausgeschrieben worden. Kurz danach rief die gebürtige Leipzigerin bei Bathe an.

Sie fragte nach ihren Chancen als Lehrerin für Deutsch und Französisch, und Bathe riet ihr, die Bewerbung einzureichen. Eingestellt wurde sie zum 1. Juli 1992.

„In all den Jahren haben Sie die Bücherei zu dem gemacht, was sie heute ist“, resümierte der Bürgermeister-Stellvertreter. Die jährlichen Besucherstatistiken seien bester Beweis für das Ansehen in der Bevölkerung. Bathe hob ausdrücklich hervor: „Sie haben immer ein Gespür dafür gehabt, was bei den Lesern ankommt und bei der Arbeit stets ihre menschlichen Qualitäten eingebracht.“

In diesem Sinne managte sie nicht nur den Bücherei-Betrieb, sondern auch die Durchführungen von Lesungen, Ausstellungen, die Leseclubs, Kleinkunstveranstaltungen und die Nacht der Bibliotheken. Für alle Besucher hatte sie immer ein Lächeln parat gehabt. Und auch ein volles Glas Bonbons habe zum Zugreifen eingeladen.

Ihr Engagement war der Grund dafür, sie ab dem 1. Januar 1995 auch zur Gleichstellungsbeauftragten der Stadt zu bestellen. Zu ihren Aufgaben gehörten Vorstellungsgespräche, aber auch die Durchführung des Boys-and-Girls-Days. Bathe lobte: „Mit Ihrer charmanten Art haben Sie es immer wieder geschafft, die Firmen und Chefs zu bewegen, sich an dieser Aktion zu beteiligen.“

Für die Bürger, fuhr Bathe fort, sei Schubert „der Inbegriff“ der Öffentlichen Bücherei geworden. „Das kann Sie mit Zuversicht und auch mit Stolz erfüllen und beruhigt in den Ruhestand gehen lassen.“

Gerne hätte er, wie er nach einem Schmunzeln verriet, ihr auch noch zu ihrem 25-jährigen Dienstjubiläum gratuliert. Aber es sei nun einmal ihre Entscheidung gewesen, zum 31. August 2016 in den Ruhestand zu treten.

Ihre Nachfolgerin Steffi Friske wünschte ihr, die mehr gewesen sei als bloß „die Hüterin vieler tausend Bücher“ und anderer Medien, „ein Leben ohne Sinnverlust“. Ihr bleibe der Ehrentitel „Frau Bücherei“.

Sichtlich gerührt nahm Schubert die Glückwünsche, verbunden mit vielen Geschenken, entgegen und blickte ihrerseits zurück. Damals sei sie als Fremde gekommen, habe sich aber nie als solche gefühlt. Sofort sei sie aufgenommen und akzeptiert worden. „Ich habe viel Unterstützung erfahren“, dankte sie.

Und mit Blick auf die Bücherei, für deren Förderverein Schubert nach wie vor aktiv bleibe, wie sie versprach, meinte sie: „Ich habe ein Baby bis zum Teeny großgezogen.“ Und diesen weiß sie mit Friske weiterhin in guten Händen. Sie selbst freue sich jetzt aufs Reisen, ihre Enkelkinder und ihre Freunde.

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