Radio Schweitzer am Balver Drostenplatz schließt

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Helmut Schweitzer gibt im Frühjahr seinen Elektrofachbetrieb auf.

Balve - „Seit mehr als 20 Jahren für Sie da“, lautet das Motto von Helmut Schweitzer, der mit seinem Fachbetrieb „Radio Schweitzer“ seit 2013 am Drostenplatz ansässig ist. „Für mich ist aber am 29. Februar hier Schluss“, sagt der Radio- und Fernsehtechnikermeister.

Alle sechs Monate würden von der Industrie neue Geräte herausgegeben, und diese mit einer fragwürdigen Qualität: „Wenn ein Fernseher 600 Euro kostet, gibt niemand 300 Euro für die Reparatur aus“, weiß Schweitzer.

Für den 60-jährigen Helmut Schweitzer ist dies neben der knapp kalkulierten Gewinnspanne ein weiterer Grund, sein Geschäft zu schließen. Die Umsätze fehlen im Einzelhandel, hat er festgestellt, alles sei viel zu schnelllebig. Dabei ist er in seinem Traumberuf glücklich. Gelernt hat er bei „Staffel“, seinen Meisterbrief 1989 gemacht. Selbstständig war er zum ersten Mal 1995 an der Garbecker Straße 4a, ab 2003 dann an der Garbecker Straße 1. Sein letzter Standort am Drostenplatz ist zwar zentral gelegen, letztendlich aber nicht auf Dauer angelegt.

Immer weniger Reparaturen würden in Auftrag gegeben. Den Kunden werde es immer einfacher gemacht, ein neues Gerät zu kaufen. „Es fehlen Videorecorder, Stereoanlage, CD-Player und auch DVD-Player“, stellt er fest. Deren Innenlieben kennt er, doch seien diese Geräte nur noch Nischenprodukte. „Scart-Kabel“, sagt er. „Die braucht keiner mehr.“ Bei ihm aber gebe es sie nach wie vor.

Ein halbes Jahr habe er mit seiner Familie über die Zukunft des Elektrofachgeschäftes nachgedacht. Nicht leicht sei die Entscheidung gefallen, aber weil sich seine beiden Söhne beruflich anders orientiert hätten und somit ein Nachfolger fehle, sei er zum Entschluss gelangt, Ende Februar das Geschäft aufzugeben.

„Ich bin danach aber unverändert in allen Fragen zu Elektrogeräten für meine Kunden da“, lässt er in seine Zukunft blicken. Zu Hause, Am Hohlen Stein 3, habe er dann seine Werkstatt und sein Büro, und mache von dort aus auch Hausbesuche. „Ich konzentriere mich auf den Service.“ Und in seinem Ladenlokal läuft ab sofort der Schlussverkauf.

Es wird aber nicht lange leer stehen, denn die Deutsche Post habe sich entschieden, ab dem 1. April bis zur Neueröffnung des Markant-Marktes nach Abriss vom „Kiebitz“ dort ihre Dienstleistungen anzubieten. Damit entschied sich die Post doch gegen den Standort bei „Computer Koch“, der zuerst im Gespräch war.

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